Im Bergwerk der Seele. Das Bergwerkmotiv in Novalis 'Heinrich von Ofterdingen' und E.T.A. Hoffmanns 'Die Bergwerke zu Falun'

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GRIN Verlag, 2007 - 32 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Westfalische Wilhelms-Universitat Munster (Institut fur deutsche Philologie), Veranstaltung: Hauptseminar Prosa der Romantik, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: "Elis Frobom schritt guten Mutes vorwarts, als er aber vor dem ungeheuren Hollenschlunde stand, da gefror ihm das Blut in den Adern, und er erstarrte bei dem Anblick der furchterlichen Zerstorung." [E. T. A. Hoffmann: Die Serapions-Bruder. In: E. T. A. Hoffmann: Gesammelte Erzahlungen und Marchen. Munchen: Winkler Verlag 1976, S. 180] So schildert E. T. A. Hoffmann in seiner Erzahlung 'Die Bergwerke zu Falun' die erste Begegnung eines jungen Seefahrers, der sich durch die Erzahlungen eines alten Mannes mit einem Mal zur Arbeit im Bergwerk berufen fuhlt, mit dem ihm noch fremden Element. Und so stehen viele Figuren der erzahlenden romantischen Prosa an Abgrunden, sehen in Tiefen hinab und steigen hinunter ins unwirtliche Dunkel der Bergschachte. Was sehen, was finden sie dort? Warum ist das Motiv des Bergwerks ein in der romantischen Literatur so oft gebrauchtes? Eine erste, oberflachliche Antwort auf letztere Frage formuliert Theodore Ziolkowski folgendermassen: "If we begin by asking why the image of mining appealed so strongly to young writers in Germany between 1790 and 1820, one reason suggests itself immedeately: an astonishing number of them were actually trained as mining engineers." [Ziolkowski, Theodore: German Romanticism and Its Institutions. Princeton: University Press 1990, S. 19.] Als Beispiel fuhrt er unter anderem Novalis an, der als Salinenverwalter tatig war. Doch Novalis spricht, wenn er im funften Kapitel des Romans 'Heinrich von Ofterdingen' den alten Bergmann von der Arbeit im Bergwerk erzahlen lasst, in keiner Weise von jenen Bergwerken, in die er selbst in Sachsen hinabgestiegen ist; er beschreibt nicht die schwere, muhevolle und schmutzige Arbeit des Bergmanns"
 

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Contents

Einleitung
3
Die Bergwerke zu Falun 12 2 1 Die Natur
14
Literatur
23
Copyright

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Common terms and phrases

Popular passages

Page 7 - Geistes kennen wir nicht. - Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.
Page 21 - Er blickte in die paradiesischen Gefilde der herrlichsten Metallbäume und Pflanzen, an denen wie Früchte, Blüten und Blumen feuerstrahlende Steine hingen. Er sah die Jungfrauen, er schaute das hohe Antlitz der mächtigen Königin. Sie erfaßte ihn, zog ihn hinab, drückte ihn an ihre Brust, da durchzuckte ein glühender Strahl sein Inneres, und sein Bewußtsein war nur das Gefühl, als schwämme er in den Wogen eines blauen, durchsichtig funkelnden Nebels.
Page 6 - Nun übersah er auf einmal alle seine Verhältnisse mit der weiten Welt um ihn her, fühlte, was er durch sie geworden und was sie ihm werden würde, und begriff alle die seltsamen Vorstellungen und Anregungen, die er schon oft in ihrem Anschauen gespürt hatte.
Page 5 - Wie aus tiefen Höhlen steigen alte und künftige Zeiten, unzählige Menschen, wunderbare Gegenden und die seltsamsten Begebenheiten in uns herauf und entreißen uns der bekannten Gegenwart. Man hört fremde Worte und weiß doch, was sie bedeuten sollen. Eine magische Gewalt üben die Sprüche des Dichters aus; auch die gewöhnlichen Worte kommen in reizenden Klängen vor und berauschen die festgebannten Zuhörer," „Ihr verwandelt meine Neugierde in heiße Ungeduld", sagte Heinrich.
Page 8 - Wenn diese den Himmel unverwandt betrachten und seine unermeßlichen Räume durchirren, so wendet ihr euren Blick auf den Erdboden und erforscht seinen Bau. Jene studieren die Kräfte und Einflüsse der Gestirne, und ihr untersucht die Kräfte der Felsen und Berge und die mannigfaltigen Wirkungen der Erd- und Steinschichten. Jenen ist der Himmel das Buch der Zukunft, während euch die Erde Denkmale der Urwelt zeigt.
Page 9 - Es war ein Mann, dessen Alter man nicht erraten konnte. Er sah weder alt noch jung aus, keine Spuren der Zeit bemerkte man an ihm als schlichte silberne Haare, die auf der Stirn gescheitelt waren. In seinen Augen lag eine unaussprechliche Heiterkeit, als sähe er von einem hellen Berge in einen unendlichen Frühling hinein.
Page 16 - Mir ist in dieser Nacht alles entdeckt worden. Unten in der Teufe liegt, in Chlorit und Glimmer eingeschlossen, der kirschrot funkelnde Almandin, auf den unsere Lebenstafel eingegraben, den mußt du von mir empfangen als Hochzeitsgabe. Er ist schöner als der herrlichste blutrote Karfunkel, und wenn wir, in treuer Liebe verbunden, hineinblicken in sein strahlendes Licht, können wir es deutlich erschauen, wie unser Inneres verwachsen ist mit dem wunderbaren Gezweige, das aus dem Herzen der Königin...
Page 7 - Es war ihm, als ruhte die Welt aufgeschlossen in ihm, und zeigte ihm, wie einem Gastfreunde, alle ihre Schätze und verborgenen Lieblichkeiten.
Page 16 - Jahre verflossen. Da geschah es, daß die Bergleute, als sie zwischen zwei Schachten einen Durchschlag versuchten, in einer Teufe von dreihundert Ellen im Vitriolwasser den Leichnam eines jungen Bergmanns fanden, der versteinert schien, als sie ihn zutage förderten.

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