Ingeborg Bachmann: Das Buch Franza: Die Wüste in der "Ägyptischen Finsternis", Bedeutungen und Auswirkungen

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GRIN Verlag, Jun 21, 2011 - Literary Criticism - 23 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: --, Universität Potsdam (Institut für Germanistik), Veranstaltung: Ingeborg Bachmann Todesarten-Projekt, Sprache: Deutsch, Abstract: Schon die ersten beiden Seiten der „Ägyptischen Finsternis“ im „Buch Franza“ erregen Aufmerksamkeit und Staunen. Zwei Geschwister treffen in der Wüste ein und eine metaphorische Dichte erschlägt den Leser fast. Wir bemerken nicht gleich, was uns fast atemlos macht. Aber der zweite und dritte Blick offenbaren immer neue Schichten des Textes und werfen Fragen auf: Was passiert, worum geht es? Und dieses Staunen und Sich-Fragen bleibt nicht nur auf den Anfang beschränkt. Wir haben mit den ersten beiden Kapiteln („Heimkehr nach Galicien“ und „Jordanische Zeit“) das Geschwisterpaar Martin und Franza kennengelernt und durften die Ursachen für die Krankheit und das Leiden Franzas erfahren. Wir reisen mit ihnen – den durch Blut Verbündeten – durch diese Krankheit und tauchen mit der Ankunft in Ägypten noch tiefer in die Geschichte ein. Daß so viele fesselnde Fragen auftraten, ließ mich neugierig werden und eingehender mit dem Text beschäftigen. Eine übergeordnete Rolle spielte dabei das Motiv der Wüste, mit dem ich mich auch in dieser Arbeit auseinandersetzen möchte. Sie ist quasi der Handlungsort der Kapitel „Ägyptische Finsternis (Teil I, Hauptfassung)“ und „Ägyptische Finsternis (Teil III, Hauptfassung)“ im „Buch Franza“ und scheint Auslöser bestimmter geistiger Prozesse bei Franza zu sein und die Entwicklung ihres Leidens zu beeinflussen. Auf welche Art und Weise und aus welchen Gründen will ich untersuchen. Zuvor aber ist ein kurzer Blick auf Ingeborg Bachmanns „Todesarten“-Projekt und den Begriff „Wüste“ unumgänglich. Es steht anstatt eines Überblicks über die Biographie. Genauso sind die „Vorabbetrachtungen zur ‚Wüste‘“ keine vollständige Auseinandersetzung mit dem Begriff, sondern es ist ein „Andenken“, ein Zusammentragen von Assoziationen. Danach möchte ich Schritt für Schritt einige „Teile“ des Motivs untersuchen, die mir als die Wichtigsten erschienen und Verständnismöglichkeiten für den Text liefern. Das Kapitel 5 ordnet dann die gewonnenen Erkenntnisse in den Kontext des „Buchs Franza“ ein, um die Bedeutung Wüste noch einmal zu verdeutlichen und das Gesagte zu vertiefen. Methodisch werde ich mich dem Text größtenteils durch semantische Wortfeldanalyse nähern, da sie mir zu Beantwortung meiner Fragen geeigneter scheint als etwa eine psychoanalytische oder hermeneutische Analyse. Ausgangspunkt meiner Fragen waren eben Wörter oder Wortgruppen und hier spielen besonders Assoziationen und biblische oder mythische Hintergründe eine Rolle.
 

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