Interkulturelle Kompetenz- Eine Schlüsselqualifikation für die Fachkräfte der Sozialen Arbeit

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GRIN Verlag, 2007 - 112 pages
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Diplomarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Sozialpadagogik / Sozialarbeit, Note: 1,0, Hochschule Koblenz, 85 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In modernen Gesellschaften wie der BRD ist eine zunehmende kulturelle Vielfalt zu verzeichnen. Als mogliche Ursachen dieser kulturellen Ausdifferenzierung konnen die Zuwanderung von Individuen aus verschiedensten Kulturkreisen, die Entstehung einer grossen Bandbreite subkultureller Milieus als Folge gesellschaftlicher Differenzierungsprozesse sowie eine zunehmende Interaktionsdichte im Zuge regionaler sowie globaler Wandlungsprozesse (z. B. Globalisierung, deutsche Wiedervereinigung und europaische Integration) angefuhrt werden. Ausgehend von einem erweiterten Kulturverstandnis, welches den dynamischen Charakter von Kultur betont und die Differenzierung in Teilkulturen, Subkulturen und Milieus beinhaltet, konnen Kulturen nicht mehr auf Nationalkulturen reduziert oder als statisch angesehen werden. Aus einer solchen differenzierteren Perspektive ergibt sich ein neues Verstandnis kultureller Vielfalt und den damit einhergehenden interkulturellen Begegnungen (vgl. Handschuck/Klawe 2004; Freise 2005). Diese Entwicklungen fuhren dazu, dass interkulturelle Erfahrungen heute zum Lebensalltag der Menschen gehoren und ihre individuelle und kollektive Identitatsbildung pragen. Vor diesem Hintergrund wird interkulturelle Kompetenz zu einer notwendigen Qualifikation fur Fachkrafte in der Sozialer Arbeit. Die Aktualitat des Diskurses um interkulturelle Kompetenz spiegelt sich in den unzahligen Veroffentlichungen und Debatten wieder. Es sind vielschichtige und umfangreiche Kompetenzprofile veroffentlicht worden, die allerdings den Uberblick uber die Diskussionen und eine mogliche Quintessenz erschweren (vgl. Friesenhahn/Rickert 2006: 30; Leiprecht 2002: 88; Auernheimer 2002: 183). Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, welche gesellschaftlichen Wandlungsprozesse und Erkenntnisse die Forderung nach eine
 

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Contents

Einleitung
4
Wandlungsprozesse
26
Debatten um Kulturelle Vielfalt
40
Bedeutung der kulturellen Diversität für die interkulturelle Soziale Arbeit
55
Sozialer Arbeit
64
Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation
71
Fazit und Ausblick
93
Copyright

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Common terms and phrases

Adressaten Akzeptanz Albrecht Anforderungen Ansätze Aspekte Auernheimer Ausländer Begriff beispielsweise besonders betrachtet bezüglich BMFSFJ Castro Varela 2006 deutsche Drechsel Dynamik eigenen einhergehenden Einzelnen ethnischen Fachkräfte der Jugendarbeit Fachkräfte der Sozialen Fähigkeiten Freise Fremden Friesenhahn 2001 Gaitanides 2003 Gemende globale Globalisierung Gogolin Gruppen Handeln Handschuck/Klawe 2004 heute Hinz-Rommel individuellen Individuen Integration Interkulturalität interkulturelle Arbeit interkulturelle Kompetenz interkulturelle Soziale Arbeit interkulturellen Begegnungen interkulturellen Überschneidungssituationen interkulturelles Lernen jeweiligen Jugendarbeit Jugendkulturen Jugendliche jungen Menschen Klawe Kleve kollektive Identität Kontext Konzept Kulturalismus Kulturbegriff kulturelle Vielfalt kulturellen Ausdifferenzierungen kulturellen Überschneidungssituationen kultureller Differenz Lebenswelten Lebensweltorientierung Leenen Maletzke Mar Castro Varela Mecheril mehrkulturellen Migranten Migration Migrationshintergrund Milieus Mobilität müssen neue Nick Nieke ökonomischen Orientierung Orientierungssysteme pädagogischen persönlichen Pluralisierung Postkolonialismus professionelle Prozess Rahmen reflexiven Ressourcen Rommelspacher 2002 Schlüsselqualifikation Schröer Simon-Hohm sowie sozialen Mobilität sozio-kulturellen spezifischen Strukturalismus Stuart Hall Subkulturen Umgang UNHCR unserer Gesellschaft unterschiedlichen kulturellen verschiedenen kulturellen verweist Wandlungsprozesse Welsch Wensierski 1999 Wertewandel Wissen Zielgruppe zunehmend Zuwanderungsgesetz

Popular passages

Page 9 - Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft usw. tradiert.
Page 29 - Das Verhalten von immer mehr Menschen muß aufeinander abgestimmt, das Gewebe der Aktionen immer genauer und straffer durchorganisiert sein, damit die einzelne Handlung darin ihre gesellschaftliche Funktion erfüllt. Der Einzelne wird gezwungen, sein Verhalten immer differenzierter, immer gleichmäßiger und stabiler zu regulieren.
Page 80 - Arten des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns, die von der Mehrzahl der Mitglieder einer bestimmten Kultur für sich und andere als normal, typisch und verbindlich angesehen werden.
Page 10 - Kulturbegriff, den ich verwende .., bezeichnet ein historisch überliefertes System von Bedeutungen, die in symbolischer Gestalt auftreten, ein System überkommener Vorstellungen, die sich in symbolischen Formen ausdrücken, ein System, mit dessen Hilfe die Menschen ihr Wissen vom Leben und ihre Einstellungen zum Leben mitteilen, erhalten und weiterentwickeln.
Page 23 - Die Lebensformen enden nicht mehr an den Grenzen der .Nationalkulturen, sondern überschreiten diese, finden sich ebenso in anderen Kulturen.
Page 48 - Die reduktionistische Rede von der Kultur der »Anderen« hat zwei Effekte: sie verstellt erstens den Blick auf die Diversität »unserer eigenen« Kultur; zweitens stigmatisiert sie diejenigen, über die geredet wird. »Unser« eingebildeter homogener Lebensstil wird idealisiert und zum Maßstab erhoben. Die »Anderen« werden hieran gemessen und beurteilt und in diesem Prozess mit bestimmten - häufig negativ bewerteten - Zuschreibungen belegt.
Page 20 - Person nicht aufgehoben, sondern bestenfalls selbstreflexiv aufgelockert werden. Interkulturalität bezieht sich demnach nicht auf eine Situation jenseits der Kulturen, sondern nur auf eine Situation zwischen den Kulturen.
Page 23 - Konzepte unterstellen, inselartig und kugelhaft verfasst wären, dann könnte man das Problem ihrer Koexistenz und Kooperation weder loswerden noch lösen. Nur ist die Beschreibung heutiger Kulturen als Inseln bzw. Kugeln deskriptiv falsch und normativ irreführend. Unsere Kulturen haben de facto längst nicht mehr die Form der Homogenität und Separiertheit, sondern sind weitgehend durch Mischungen und Durchdringungen gekennzeichnet.
Page 41 - Interkulturelle Zwischenwelten sind eigenständige intermediäre und ambivalente Lebensräume, die sich Migranten in einem widerständigen Wechselspiel zwischen sich und ihrer Umwelt schaffen und die für sie unter den gegebenen Bedingungen stimmig sind

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