Iranier - Aramäer - Hebräer - Hellenen: iranische Religionen und ihre Westbeziehungen ; Einzelstudien und Versuch einer Zusammenschau

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Mohr Siebeck, 2003 - Religion - 709 pages
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English summary: Depending on the observer's point of view, the Persians in the pre-Christian era were regarded either as saviors of the faith or as barbarians, a barbarian in this case being someone who performs cruel deeds. Based on these contradictory ways of viewing the Iranian-Asian area, Carsten Colpe traces the history of this territory from the discernibility of Iranian-Aryans (around 1000 BC) to the Iranian culture under the Samanides. Within these 2000 years, he focuses on the half a millennium around the beginning of our calendar. Colpe studies the most significant overlapping religious phenomena which originated during this time - apocalypticism, mysteries, gnosis - and puts them into a larger context, thus enabling a comparison of the conditions under which they originated. German description: Je nach Standpunkt des Betrachters werden die Perser in vorchristlicher Zeit entweder als Glaubensretter oder als Barbaren - im Sinne von Vollbringern grausamer Taten - bezeichnet. Ausgehend von diesen widerspruchlichen Perspektiven untersucht Carsten Colpe die Geschichte des iranisch-asiatischen Territoriums vom Erkennbarwerden von Irano-Ariern (um 1000 v. Chr.) bis zum Iranertum unter den Samaniden (873-999). Innerhalb dieser 2000 Jahre liegt ein Schwerpunkt des Werkes auf dem halben Jahrtausend um den Beginn unserer Zeitrechnung herum. Es handelt sich, je nach Blickwinkel, um den Hellenismus in griechischer oder 'vorderasiatischer' Gestalt, Israel mit Fruhjudentum oder - in der zweiten Epochenhalfte - Urchristentum und Alte Kirche/Fruhbyzanz.Carsten Colpe untersucht die wichtigsten zu dieser Zeit entstehenden religionsubergreifenden Erscheinungen - Apokalyptik, Mysterien, Gnosis - und stellt sie in grossere Zusammenhange, in denen ein Vergleich ihrer Entstehungsbedingungen moglich ist. Hier haben seine wichtigsten Resultate ihren Platz: Judische und iranische Apokalyptik sind unabhangig voneinander entstanden - die Strukturparalellen sind von ubereinstimmenden antigriechischen Positionen gepragt -, auf iranischem Territorium gibt es keine Mysterienreligionen - die Mithrasmysterien setzen eine Kultform voraus, die es am nachsten in Kleinasien gab - und aus der Gnosis fugt sich nur die Geschichte des Manichaismus in jene Kulturzone, die aber gerade im Iran behindert wurde.
 

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Contents

Versuch einer Zusammenschau I Systematische und methodische Grundfragen l
1
Die Herrscher
2
Die Beherrschten
3
Zur dynastischen Legitimität
4
Zur Urheberschaft von Toleranz
5
Die Perser als Glaubensretter
8
Die Perser als Barbaren
10
Der Marathonläufer
11
MithraVerehrung MithrasKult und die Existenz iranischer Mysterien
288
Die iranische Dämonologie und ihre teilweise Umadressie rung an Juden und Christen
316
Hintergründe der Irankenntnis und Inanspruchnahme Zarathustras im alexandrinischen Neuplatonismus
327
Auf der Grenze zwischen zoroastrischer und westlicher Weltalterlehre
340
Die griechische die synkretistische und die iranische Lehre
350
von der kosmischen Mischung
353
Irans Anteil an der Entstehung des antiken Synkretismus
365
Selbstbegrenzung von Iraniern in der eigenen Kommunität und ihr Funktionswechsel unter alteingesessenen und hinzugekom menen Dynastien End...
374

Weiterbildung des jüdischen Urteils
13
Verspielen des griechischen Sieges
15
Defizite der Imperialismusforschung
18
Das Sollen in der Geschichte
20
Kurzzeitige Konjunkturen und andauernde Strukturen
21
Phänomenologie einer beherrschten Welt
23
Die Unvermeidlichkeit von Herrschaft
25
Iran in der Welt der Antike
27
Iran in der Umwelt der Bibel
28
Frühzeiten und historischphilologische Methode
30
Die verbleibende Aufgabe
32
Historischer Grundriß
35
16 bis 9 Jh v u Z 800 Jahre bloßer Orientierung an Linien zwischen himmlischen Grenzpunkten zwecks Erfassung der Dimensionen außerhalb irdisc...
36
8 bis 4 Jh v u Z
41
Beginn 3 Jh v u Z bis Mitte 3 Jh n u Z
49
Eine auf die Europäische Sicht beschränkte Bilanz
69
Lichtsymbolik im alten Iran und antiken Judentum
78
Die Himmelsreise der Seele als Philosophie und religions
109
Kurze Charakteristik der EsraForschungen 19271967
129
Geo Widengren Mani und der Manichäismus
139
Überlegungen zur Bezeichnung iranisch für die Religion
145
Der Ausdruck Mensch als Interpretament iranischer
155
Zur Überlieferung und zum Ursprung der Orakel des Hysta
167
Jüdischchristlichiranische Parallelen im Geschichtsbild
174
Großer König und Menschensohn
195
Ugo Bianchi II Dualismo Religiöse
202
A Henrichs und L Koenen Ein griechischer ManiCodex
224
Lehr und Lernbeziehungen zwischen diversen Ostaramäern
244
Die Arsakiden bei Josephus
260
Wissen und Erkennen in den Gathas
272
Parthische Religion und parthische Kunst
281
Daenä Lichtjungfrau zweite Gestalt
383
Sethian and Zoroastrian Ages of the World
403
Mystische und berechnete unendliche und astronomische Zeit in mittelpersischer Rezeption
416
Von den medischen Magern zu den hellenistischen Magiern
448
Iranische Ursprünge der Gnosis?
455
Der iranische Anteil an der Entstehung der MithrasMyste rien
462
Aion und Zurvan
466
Ältere und jüngere Dämonologie
470
Die Entwicklung der WeltselbanderTradition zum vollen Dualismus
473
Die iranischen Vorstellungen vom Weltende
478
Iranisches Königtum
485
Der iranische Begriff von der Seele
487
Die iranische Anschauung von der Weltschöpfung
490
Zarathustras Verhältnis zum Mythos
494
Zoroastrismus und Remythisierung
495
Zu einigen islamischen und westlichen Wert und Weltvor stellungen
498
Iranische Religionen oder Iranische Religion?
526
Die Kurden als ethnische Minderheit
533
Die Jeziden als religiöse Minderheit
535
Die PahlawiLiteratur
538
Vom hellenistischen täuferischen und randständigen Juden tum zur dualistischen Gnosis
545
Der iranische Hintergrund der islamischen Lehre vom voll
563
Äußerungen leitender Institutionen und Bezeugung leitender
583
Die iranische VischtaspaGestalt und griechischsprachige
603
Die Apokalyptik als Elementargedanke und als Diffusions
622
Priesterschrift und Videvdad
649
Eine zoroastrische Vergewisserung der eigenen Orthodo
663
Ein westiranischmesopotamisches Milieu bei der Entstehung
684
Der böse Gott und der vom Bösen erlösende Gott
697
Copyright

Common terms and phrases

About the author (2003)

Carsten Colpe, Geboren 1929; Studium der Evangelischen Theologie, der Orientalischen Philologie und der Philosophie; Promotion 1955 (Dr. phil.) und 1960 (Dr. theol.); 1960 Habilitation; Professor in Gottingen; Visiting Professor in Yale, Chicago und an der British Academy in London; 1969-74 Professor fur Iranische Philologie, 1975-97 Professor fur Allgemeine Religionsgeschichte und Historische Theologie an der FU Berlin; 1997 emeritiert.

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