Island: seine Bewohner, Landesbildung und vulkanische Natur

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G. Westermann, 1861 - Iceland - 308 pages
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Page 157 - ... er über einen heftig angeschwollenen Bach setzen wollte scheute das Pferd vor den dahertreibenden Eisschollen, ein unglücklicher Ruck am Zügel brachte es zum Sinken, und über dem Bestreben, sich und sein Thier zu retten erhielt der Reiter von einer scharfen Eisscholle eine Wunde am Hinterkopfe, welche ihm sofort den Tod brachte. Lange wartet das Mädchen auf den Geliebten; endlich in später Nacht kommt der Reiter, hebt sie schweigend hinter sich aufs Pferd, und reitet mit ihr der Kirche...
Page 157 - Gott, kann das Gespenst nicht aussprechen, daher die Entstellung des Namens. Dem Mädchen wird ängstlich zu Muthe; aber sie reiten fort, bis sie zur Kirche kommen. Hier hält der Reiter vor einem offenen Grabe und spricht...
Page 157 - ... Reiter, hebt sie schweigend hinter sich aufs Pferd und reitet mit ihr der Kirche zu. Unterwegs wendet er sich einmal zu ihr um und spricht: Der Mond gleitet, der Tod reitet; siehst du nicht den weißen Fleck an meinem Nacken, Garun, Garun? Das Mädchen hieß nämlich Gudrun ; Gud, Gott, kann der Draug nicht aussprechen: daher die Entstellung des Namens. Dem Mädchen wird ängstlich zu Mute ; aber sie reiten fort , bis sie zur Kirche kommen. Hier hält der Reiter vor einem offenen Grabe und spricht:...
Page 157 - ... aber von einem Zaun ist auch der Kirchhof, die Herberge der Toten, umgeben. Als Gudrun diese Worte hört, fällt sie in Ohnmacht: zu ihrem Glück liegt das Grab, an dem sie abgesetzt worden war, hart am Eingange zum Kirchhofe, über dem sehr häufig die Glocken zu hängen pflegen ; sie erreicht noch das Glockenseil und zieht dieses im Zusammenbrechen an: vor dem Geläute verschwindet natürlich das Gespenst, und sie ist gerettet.
Page 157 - Seelpforte (säluhliö), dh dem Eingange zum Kirchhofe, über welcher sehr häufig die Glocken zu hängen pflegen; sie erwischt noch das Glockenseil, und zieht dieses im Zusammenbrechen an: vor dem Geläute verschwindet natürlich das Gespenst, und sie ist gerettet.
Page 214 - ... 115" C. stieg. Man kann daher nicht daran zweifeln, dafs der untere enge Theil des Strokkrtrichters von einem empordringenden Dampfstrahl erfüllt ist, der die in verschiedenen Höhen sich gleichbleibende Temperatur an dieser Stelle bedingt, während das im oberen Trichter von diesem Dampfstrahle getragene Wasser durch denselben fortwährend im Kochen erhalten wird. Die Kraft aber, welche die periodischen grofsen Eruptionen bedingt, mufs in gröfseren, für directe Versuche unzugänglichen Tiefen...
Page 70 - Hügeln und der ebenen Gründe in den Flussthälern. Es ist dies kein Wunder in einem Lande, wo es so viel regnet und in Folge dessen die von den Gebirgen aufgenommenen Wasser an ihrem Fuße in so vielen Quellen wiedergegeben werden, und wo Niemand daran denkt, auch in dieser Beziehung der Natur nur im Geringsten Gewalt anzuthun.
Page 71 - Um die Passage durch einen Sumpf zu finden, ist ein landeskundiger Führer am allernothwendigsten, denn am Myri endet alle Spur eines Weges, wie an einem Flusse. Es führt auch eine Furt hindurch, die gesucht werden muss. Bei manchen Sümpfen sollen, wie man mir sagte, gewisse Pflanzenarten erkennen lassen, wo sie zu passieren möglich und wo nicht. Es ist immer eine höchst unbehagliche Lage, man reitet wie auf Gummi elasticum, der...
Page 159 - Noch ärger waren aber die Verwüstungen in der Gullbringu sysla, wo der Boden geradezu von Lavamassen starrt. Es ist ein überaus düsteres Bild, welches G. Winkler in seinen stimmungsvollen Schilderungen von dieser sysla entwirft. „Man darf nur auf die Hügelebene gleich hinter den letzten Häusern von Reykjavik hinaufsteigen und den Blick, vom Meere abgewendet, gegen Südosten richten, um sich von den Schauern, welche die Natur hier birgt, berühren zu lassen. Da versperren bald lange Hügelrücken,...
Page 143 - Aus tiefer Kehle gesprochen, lange consonantenreiche Worte, mit den oft sich wiederholenden Endsilben — ar, — ir, — um, klingt sie so alterthümlich ernst, als ob sie aus dem Munde von Bewohnern des Unterberges oder Kyffhäusers käme.

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