Jüngste tschechische Lyrik: eine Anthologie

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Franz Pfemfert
Die Aktion, 1916 - Czech poetry - 120 pages
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Page 123 - Anmerkungen", gemischt aus reiner und angewandter Theorie, voll leuchtender Überzeugungskraft und Kraft zu überzeugen, erwärmend mit seinem Fanatismus der Strenge, ist sicher eins der wertvollsten Bekenntnisse aus den Kreisen der jungen Kunst . . . Eine Geistigkeit von so hohem Range wie die Einsteins ist schon darum von rein praktischer Wichtigkeit, weil das nur Thesenhafte ringsherum Sklaven macht . . . Oskar Loerke, Die Neue Rundschau Die weiteren Werke: Negerplastik.
Page 124 - Geschehnissen hervor/... und die Zeit, das empfindet man dumpf und drückend, die Zeit ist nicht mehr . . . man weiß nicht, ob der Roman in Stunden, Tagen oder Jahren abrollt. So schwindeVi die Dimensionen, so schwindet die Wirklichkeit — und es. ragen einsam im Dämmer zwei Seelen, die sich durch Gebärden und abgehackte Sätze manifestieren . . .« Kurt Pinthus in der »Zeitschrift für Bücherfreunde
Page 124 - ... die Frömmigkeit, mit der das Dasein gesichtet werden muß. Das Wort Frömmigkeit bekommt von solcher Dichtung seine schwere Verantwortung und Bedeutsamkeit wieder und eine neue, zum Reifsten bereite Jugend. Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach! Aber mit deinem Kreuze - du Bruder mein! Ich möchte noch verkünden, daß ich Opferung als das vollkommenste, schlichteste, wahrhaftigste von den Büchern des Franz Jung fühle (die alle schlicht und wahrhaftig sind).
Page 116 - Tschechen sind ein wertvolles, weil freiheitliches Element In dem Umkreis der. Völker, die an dem deutschen Gedanken Anteil haben und künftig die menschliche Grundlage unserer Arbeit sein sollen. Sie suchen jetzt, aus Einsicht und taktischer Klggheit, eine Lebensmöglichkeit mit den Deutschen. Und mir war es erwünscht, nach Kräften verbindend zu wirken In einem Augenblick, wo Sprechen und Schreiben fast immer nur geschieht, um zu trennen.
Page 123 - Ich kann dem Buche, Ihrem Buche also nur wünschen, daß es möglichst unverkauft beim Verlage bleibe, damit die erhofften Leser in dreißig Jahren dort die schönen sauberen Exemplare finden - in dreißig Jahren, was ich als die Zeit annehme, wo man sich um die paar Bücher, welche die Literatur unserer Tage bilden, kümmern wird.
Page 11 - Mädchen vom Dorfe! Lang ist's seither. Den lieblichen Jungen, unterwegs hat er fleißig gesungen, führte der Vater, voran die Fahnen, quer über Felder und Täler und Höhen, durch tannige Wälder mußten wir gehen ; endlich kam Hrabin, kam Hohen-Hrabin, die mächtige Kirche der Jungfrau Maria, segnend empfing uns Herr Pfarrer Böhm. Kamen von blauer und polnischer Seite, die von der Wag und wir auch von Teschen. Da ruhten auf uns in gedrängt voller Kirche die süßen Sterne der Jungfrau von Hrabin...
Page 123 - BEBUQUIN Ich stehe nicht an, diesen, Andre Gide gewidmeten Roman für eines der interessantesten Bücher zu erklären, die die junge Generation in Deutschland hervorgebracht hat. Hier ist eine seltsame Kondensierung von Lebensdingen erreicht, eine äusserste Energie, ein Radikalismus des Zuendedenkens...
Page 12 - Lang ists seither. Die Seele verdorrte, Mir schatten die Stirne häßliche Wolken. Das Auge ist stumpf und die Lippe verzerrt. Für mich lebt kein Gott. Doch wenn sich am Ufer Die Weiden verfärben, die Äste des Apfelbaums neigen, Wieder bußfertige Scharen sich zeigen: Da senkt sich bekreuzt meine reuige Stirne, Als sähe wieder herab auf mich Hrabin, Dort endlich Hrabin, das hohe Hrabin, Als sähe wieder aus süßen Sternen Auf mich die Iungfrau, von Hrabin die Iungfrau, Und vor ihr predigt Herr...
Page 124 - Franz Jungs Dichtung ,Opferung' hat jenes Leuchten von innen, mit dem sich jede wertvolle Schöpfung beweist, jenes kristallisch eindringliche Leuchten, das die Seelen erschüttert auf sich selbst besinnen läßt . . . Weil sie ein Bekenntnis ist, rein wie der Schild, in dem der Unerbittliche sich spiegelt, noch glühend von der köstlichen Mühsal ums letzte, eigene Hier-stehe-ich, mit keinem voreiligen Stigma besternt, mündend in den großen goldenen Ozean, wo...
Page 113 - Täglich um elfe Frühstücken wir. Abends um achte Deckt man zu Tisch. Esse am liebsten Spargel mit Sauce, Wildbret auf Pfeffer, Erdbeer mit Creme. Und die Charlotte Liebt ihre Austern, Hühnchen auf Schwammerln, Hummerragout. Gut ist's zu Hause, Sehr gut zu Hause. Dies meine Ecke, Dies meine Hausschuh. Glattes Email Glanzüberquillt. Dies ist mein Weib. Dies ist mein...

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