Johann Wolfgang v. Goethe: Urfaust - Gretchen als Kindsmörderin. Verurteilung oder Entschuldigung?

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GRIN Verlag, 2007 - 24 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Westfalische Wilhelms-Universitat Munster, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die folgende Hausarbeit beschaftigt sich mit der Figur des Gretchen als Kindsmorderin und geht der Frage nach, inwiefern sie fur dieses Verbrechen verurteilt wird. Der untersuchte Gegenstand ist nicht die vollendete Fassung des Faust I, sondern der Urfaust, der dabei (trotz einiger Vergleiche) als eigenstandiges Werk aufgefasst wird und nicht als "unvollstandiger" Vorentwurf des Faust I. Diese Wahl der Fragestellung, des Gegenstandes und der Methode schranken die brauchbare Forschungsliteratur stark ein. Fast alle Untersuchungen der Gretchen-Figur beziehen sich auf Faust I. (Einige davon werden dennoch verwendet, denn trotz der oben zitierten Behauptung von Vitz lassen sich viele Aspekte auch auf die Gretchen-Figur im Urfaust beziehen.) Die Frage nach dem Kindsmord wird zwar haufig fluchtig beruhrt, aber selten konkret behandelt. Problematisch ist, dass Gretchen in einigen Fallen einseitig betrachtet und uberhoht dargestellt wird, in vielen anderen Fallen lediglich als eine notwendige Episode in der Entwicklung Fausts behandelt wird [Siehe hierzu Vitz' Kapitel uber die Faust-Rezeption nach 1945: Georg Vitz, a.a.O., S. 123f.]. Letzteres findet sich beispielsweise bei Stuart Atkins [Siehe hierzu und zu folgendem: Atkins, Stuart: Neue Uberlegungen zu einigen missverstandenen Passagen der "Gretchentragodie" in Goethes Faust. In: Keller, Werner: Aufsatze zu Goethes "Faust I." Darmstadt 1974.]: Gretchen sei lediglich "eine symbolische Vertreterin des weiblichen Geschlechts," ihre Rolle "auf ein absolutes Minimum reduziert" und die sogenannte Gretchentragodie nur "eine symbolische Episode." Aus dieser Sicht erscheint eine Untersuchung der Gretchen-Figur nur im Hinblick auf Faust interessant, nicht aber als eigenstandige Figur des Dramas. Dennoch halte ich die Frage nach
 

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Page 7 - ... mit dem Teufel auf ihm, und mitten im höchsten Entzücken über Gretchen, mitten in der leidenschaftlichsten Hingerissenheit vom Zauber ihrer Person und ihrer Nähe arbeitet in ihm das unbezwingbare Bestreben: weiter, höher hinaus! Faust weiß, wenn er es auch sich selbst nicht zugeben will, daß es für ihn kein dauerndes Bleiben in der »kleinen Welt
Page 5 - Sieh das Kind! MUSS ich's doch tränken. Da halt ich's eben! Da! Ich habs getränckt! Sie nahmen mirs, und sagen ich hab es umgebracht, und singen Liedger auf mich!

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