Johannes Brahms, Nänie op. 82 für Chor und Orchester

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GRIN Verlag, May 30, 2008 - Music - 17 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Musikwissenschaft, Note: 1,7, Humboldt-Universität zu Berlin (Musikwissenschaftliches Seminar), Veranstaltung: Idee und Ideologie in deutscher Musik 1800-1950, 14 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Nänie op. 82 von Johannes Brahms lässt sich neben der Alt-Rhapsodie op. 53, dem Schicksalslied op. 54 und Gesang der Parzen op. 89 in die Gruppe der Werke für Chor und Orchester eingliedern. Im 19. Jahrhundert und auch in der heutigen Literatur werden diese Werke unter dem Sammelbegriff „weltliche Kantate“ zusammengefasst und vom Oratorium nach den Kriterien des geringeren Umfangs, der weniger erhabenen Stillage und des eher lyrischen als episch-daramtischen Charakters unterschieden. Unverkennbar bei diesen Werken ist das hohe literarische Niveau, das man bei keinen anderen der Werke von Johannes Brahms in diesem Maße vorfindet. Hiervon ausgehend lässt sich daher ein besonderer ästhetischer Anspruch vermuten, den Brahms mit diesen vier Werken erhob. Da Brahms mit Äußerungen bezüglich seiner Kunstanschauung äußerst zurückhaltend war, machen einerseits natürlich die oben genannten Werke gerade den Reiz zur Untersuchung eines eventuellen ästhetischen Bekenntnisses des Komponisten aus. Andererseits bleibt gerade durch die fehlende Untermauerung der Worte des Komponisten Vorsicht geboten bei der Frage der Kunstanschauung. Dennoch lohnt sich gerade bei der Nänie op. 82 eine nähere Betrachtung unter dem Aspekt der musikalischen Ästhetik, da es, wie kein anderes Werk im Œuvre Brahms’, durch die zahlreichen werkinterne und –externe Bezüge eine ästhetische Aussage zu offenbaren scheint. Hans-Joachim Hinrichsen bezeichnet die Nänie op. 82 sogar als „Schlüsselwerk im musikalischen Denken von Johannes Brahms“ . Eine Analyse zu diesem Thema kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Es ist gleichsam wichtig die biographischen Verweise des Komponisten zu untersuchen, wie auch die Komposition selbst als unmittelbarste Quelle anzusehen. Darüber hinaus muss die Textvorlage und das geistig-philosophische Umfeld des Komponisten mit einbezogen werden. In dieser Arbeit soll aber vor allem der Frage nachgegangen werden, ob sich ein ästhetisches Programm allein anhand der Komposition festmachen lässt und inwieweit man ausgehend von dieser Rückschlüsse zum geistig-philosophische Umfeld der Zeit des Komponisten ziehen kann, denn „die ästhetische Interpretation war keineswegs ein ideologischer Appendix jenseits der eigentlichen musikalischen Realität, die sich in Werken manifestiert, sondern bildete vielmehr eine die kompositorische Praxis, das Denken in Musik tiefgreifend beeinflussende Maxime, die ein Musiktheoretiker ebenso ernst nehmen muß wie das, „was in den Noten steht“ Unabdingbar ist dabei das Einbeziehen der Werkgeschichte, die bei der Nänie op. 82 im besonderen Maße Aufschlüsse zum musikalischen Denken von Johannes Brahms liefert.
 

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