Johannes Tauler von Strassburg: Beitrag zur Geschichte der Mystik und des religiösen Lebens im vierzehnten Jahrhundert

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F. Perthes, 1841 - Mysticism - 240 pages
 

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Page 143 - ... Großen der Erde nicht verschuldet hatten und ihn nicht ausgleichen konnten, hörte ihre Beichte und sprach sie von ihren Sünden los. Aller Tugenden Inbegriff ist ihm die Liebe, zunächst zu Gott, als der die Liebe selbst ist. In der Vereinigung mit Gott wird der Mensch eine Liebe mit ihm, in der er dann alle Dinge und alle Menschen gleich liebt. In der Liebe geht alles auf; der Mensch , den sie erfüllt , verleugnet sich kraft ihrer völlig selbst. Sie ist höher als alle Erkenntnis und bedarf...
Page 6 - Christi, worin er mit ebensoviel verstand als gelehrsamkeit zu beweisen suchte, dass den vielen sagen und prophezeihungen, welche in jenen ernsten zeiten in umlauf waren, wenig zu trauen sei, da man aus der heiligen schrift nichts genaues bestimmen könne über zeit und stunde des endes der weit, und dass dies zu wissen überhaupt weder nützlich noch nothwendig sei.
Page 34 - Es ist nicht mehr nothwendig, dass ich in lehrender Weise mit euch rede: ihr habt nun den rechten Meister gefunden, dessen blosses Werkzeug ich war: den höret und seid ihm gehorsam...
Page 6 - ... kleine Kind, das unmittelbar nach der Taufe stirbt, wird sofort so weise , dass es die Zahl aller Creaturen weiss und seine Seele ist so gross als eines dreissigjährigen Menschen Seele. — Wenn einer aus Liebe für einen andern 100 Jahre Fegefeuer auf sich nimmt, so ordentliche Belesenheit sowohl iu den alten Classikern als in den christlichen und jüdischen Autoren des Mittelalters. Das Jahr 1326 wird annus praesens genannt.
Page 129 - Dcßhalb macht auch der mit Gott vereinte Geist in nichts einen Unterschied mehr, Alles ist ihm gleich, in allen Dingen meint er nur Gott, er trägt, wie Tauler häufig sagt, alle Dinge wieder in Gott auf, sieht sie nur in Gott an, erkennt sie daher in ihrem wahren Sein, und bedient sich ihrer nicht als Creaturen, sondern nur insofern Gott in t) Zweite Pred.
Page 130 - Eigenes mehr, er wird kcnntnißlos, lieblos, werke los, ja man kann sogar sagen geistlos, es ist nichts mehr da als Gott, es ist Gott, der sich in diesem Geiste selber erkennt und selber liebt...
Page 62 - Werke, die Gott durch mich armen, unwürdigen, sündigen Menschen gewirkt hat, die sind nicht mein, sondern des allmächtigen Gottes, dessen sie auch ewiglich seyn werden.
Page 31 - Wahrlich du bist der Erste, der mir mein Gebrechen geoffenbart hat; sei von nun an mein geistlicher Vater, ich will dir folgen um nach deinem Rathe mein Leben zu ändern." Von nun an unterwarf sich Tauler dem Gottesfreunde an Gottes Statt; mit Beziehung auf die vier und zwanzig Artikel der oben angegebenen Predigt übergab ihm Nicolaus eben so viele , nach dem...
Page 50 - Leben als sein Ideal hinzustellen. „Werte der Liebe", sagt er, „sind Gott wohlgefälliger, als große Beschaulichkeit. Bist du in innerer Andacht begriffen und Gott will, du sollst hinausgehen und predigen, oder einem Kranken dienen, so sollst du es mit Freuden thun, denn Gott wird dir da gegenwärtiger sein, als wenn du in dich selbst gelehrt bleibst.
Page v - Lehrers Tausenden von Menschen Trost und Erbauung verschafft; sein Leben aber war bisher wenig bekannt, unb dieß Wenige selbst war zum Theil unsicher und zweifelhaft. Der Verfasser , der sich schon langst mit ber mystischen Theologie des Mittelalters beschäftigt, gibt nun hier eine, gro...

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