Journalismus und Öffentlichkeit: Eine Profession und ihr gesellschaftlicher Auftrag

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Tobias Eberwein, Daniel Müller
Springer-Verlag, Feb 11, 2010 - Language Arts & Disciplines - 560 pages
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11 Was macht für Pöttker den Beruf Journalismus aus? Konstitutiv ist zunächst einmal, im Sinne der Berufsdefinition Max Webers, eine typische „Spezifizierung, Spezialisierung und Kombination von Leistungen einer Person […], welche für sie die Grundlage einer kontinuierlichen Versorgungs- und Erwerbschance ist“ (Weber 1972: 80). Mit anderen Worten: Journalisten sollen für ihre spezielle Tätigkeit und die dafür erworbenen Kom- tenzen ein regelmäßiges und zum Leben ausreichendes Einkommen erwarten (können). Darüber hinaus ist der Journalistenberuf mit einer ihm eigenen Aufgabe – bewusst verm- det Pöttker den systemtheoretisch konnotierten Funktionsbegriff – verbunden: dem Herst- len von Öffentlichkeit (vgl. u. a. Pöttker 1999). Als Kernelement des journalistischen - rufsethos lässt sich damit ein Drang zum „An-den-Tag-bringen“ beschreiben, der bereits in der Berufsbezeichnung „Journalist“ erkennbar wird, in der das französische Nomen „le jour“ (der Tag) enthalten ist: Journalisten bringen an den Tag, was nicht verschwiegen werden darf, damit ihre Rezipienten sich in der Gesellschaft, in der sie leben, zurechtfinden können. Aus der Öffentlichkeitsaufgabe ergibt sich eine journalistische „Grundpflicht zum P- lizieren, von der im Prinzip kein Gegenstand und kein Thema ausgenommen ist“ (ebd.: 221). Pöttker vergleicht diese Grundnorm oft anschaulich mit ähnlichen bei Ärzten, die menschliches Leben erhalten, oder Rechtsanwälten, die für ihre Mandanten das rechtlich Mögliche herausholen sollen. Sollte es Gründe geben, die gegen eine Befolgung dieser Gebote sprechen, so müssen diese besonders stark ausgeprägt sein. Nach dieser Argumen- tion ist das Nicht-Veröffentlichen von bestimmten Themen ein schwerer wiegender Verstoß gegen die journalistische Professionalität als eine Verfälschung publizierter Informationen.
 

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Contents

Daniel Müller
9
Journalismus und Migration
15
kommunikationswissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs
169
Heinz Bonfadelli
181
Leen dHaenens Hatim El Sghiar
193
Daniel Müller
211
Harald Bader Anne Weibert
231
Johannes Hoffmann
247
Bernd Klammer
361
Udo Branahl
369
Wolfgang R Langenbucher Irmgard Wetzstein
387
Joachim Pötschke
411
Arnulf Kutsch
427
Kurt Koszyk
455
Rolf Seubert
467
Hans Bohrmann
483

Bärbel Roben
263
Walter Homberg
283
Ulrich Pätzold
313
und Europa
327
Andrea Czepek
353
Rainer Geißler
507
Schriftenverzeichnis Personalbibliographie Horst Pöttker
517
Autorinnen und Autoren
533
Sachregister
551
Copyright

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About the author (2010)

Dipl.-Journ. Tobias Eberwein ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Journalistik der TU Dortmund. Dr. Daniel Müller ist Leiter des gemeinsamen Graduiertenprogramms der kultur- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten (12-16) der TU Dortmund.

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