Kästner und die Perversion: Marginale Weiblichkeit in "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten"

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GRIN Verlag, 2010 - 36 pages
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Deutsch - Literatur, Werke, Note: 1,7, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Sprache: Deutsch, Abstract: Originell sollte er sein und besonders gut gelingen, eine "Summe aller bisherigen Werke" werden.Erich Kästners Fabian, ein klassischer Zeitroman, wurde 1930/31 in Berlin verfasst und thematisiert, exemplarisch für Zeit und Ort, die letzten beiden Wochen Fabians. Der Leser findet, so Drouve, nicht nur ein "satirisch überzogenes Sittengemälde" vor, sondern auch "ein Bild seiner Zeit um 1931"2. Schwarz beschreibt Fabian als eine Darstellung der Weimarer Republik in "ungeschminkter Schonungslosigkeit," der Literaturkritiker Raich-Ranicki geht so weit zu behaupten, dass dieses Werk "Schlüssel zu einer ganzen Epoche" sei. Schnell wird deutlich, mit welcher Problematik man es zu tun bekommt. So sind Sittenverfall der Berliner Gesellschaft zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise und die damit verbundene Frage nach individueller, glücklicher Existenz als Hauptthematiken greifbar nahe. Kästner hat, so deutet es Süskind, "das Problem des geltungslosen Einzelmenschen ganz absichtlich auf die Frage der Liebe hin exemplifiziert" und seinem Leser somit die Symptome "des kränkelnden Patienten Zeit" deutlich näher gebracht, ohne jedoch auf eine nähere "Krankheitsanalyse" einzugehen. Viel wurde in diesem Kontext über die auffallend negative Darstellung der Frauenfiguren, einzelner Typen, welche repräsentativ für eine Berufsklasse oder soziale Schicht stehen, diskutiert; die Verbindung zwischen Sinnkrise und dem Verfall von Liebe scheint offensichtlich. Doch neben den Fragen nach Geschlechter-verhältnis, Ausgrenzung menschlicher Bedürfnisse oder nach gesellschaftlichen Konflikten; wird Kästner denn seiner eigenen moralischen Anforderung gerecht? Er bezeichnet sich selbst als "Moralisten, Rationalisten und Urenkel der deutschen Aufklärung," mehr noch als "Sprachrohr der kleinen Leute.

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