Kafka: Das Schweigen der Sirenen

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GRIN Verlag, Jan 16, 2006 - Literary Criticism - 24 pages
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Deutsche Philologie), Veranstaltung: Hauptseminar: Fiktionen der Mündlichkeit. Zum Verhältnis von Stimme und Schrift, 14 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Stimme ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Mit Hilfe der Stimme können wir direkt oder indirekt miteinander kommunizieren, denn sie ist die Basis für Sprache als primäre Oralität. Stimme kann Emotionen ausdrücken, Wissen tradieren und ist als direkte Relation von Gefühlsausdrücken auch Träger der Seele des Menschen. Gerade deshalb kann uns die Stimme aber auch betören. Nicht umsonst ist die Musikindustrie eine der größten Branchen, nicht umsonst strömen Massen in Musicals, Konzerte, oder Opern. Eine wohlklingende Stimme, ein schöner Gesang übt eine große Faszination aus. Jeder kennt die Situation, wenn einem eine Gänsehaut über den Rücken läuft oder man zu Tränen gerührt ist, bloß, weil man ein bezaubernd schönes Gesangstück gehört hat. Auch in die Literatur hat die Stimme und der damit verbundene Gesang Einzug gefunden. Literarische Werke wie Goethes „Der Fischer“ oder Heinrich Heines „Loreley“ haben die Stimme und ihre Macht zum Thema. Von der Antike bis hin zur heutigen Zeit taucht das Phänomen der Stimme immer wieder in Texten auf und wird unter verschiedenen Aspekten betrachtet. Dabei befassen sich Autoren aber nicht immer nur mit Stimme als direktes Kommunikationsmittel oder Sangesstück einer spezifischen Person. Oft geht es um die Präsenz einer körperlosen Stimme, die fast immer weiblich konnotiert ist und eine Verlockung darstellt. Eine Verlockung ohne Körperlichkeit, nur über den Klang der Stimme, ist auch der Fokus des homerischen Odysseus Abenteuers, das wiederum als Vorlage für Franz Kafkas Text „Das Schweigen der Sirenen“ diente. Umso verblüffender ist es, dass bei Kafka die Hauptthematik nicht der Gesang selbst ist, sondern vielmehr die Abwesenheit dessen. Während die homerischen Sirenen singen und mit ihrem Gesang Odysseus bezwingen wollen, nutzen Kafkas Sirenen das „nicht - Einsetzen“ ihrer Stimme als Waffe. Inwiefern diese Stille und das Schweigen Macht ausüben kann, und ob die Abwesenheit des Gesangs sogar machtvoller sein kann, als der Gesang selbst, soll in dieser Arbeit untersucht werden.
 

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