Kafkas Urteil - Eine psychoanalytische Deutung

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GRIN Verlag, Oct 15, 2008 - Literary Criticism - 31 pages
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Universität zu Köln (Institut für deutsche Sprache und Literatur), Veranstaltung: Hauptseminar: Kafkas Erzählungen, 23 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Hausarbeit soll die Erzählung ‚Das Urteil’ von Franz Kafka untersucht werden. Diese Erzählung ist Gegenstand zahlreicher, unterschiedlichster literaturwissenschaftlicher Untersuchungen geworden, so dass von Matt mit Recht über Kafkas Werk schreibt: „Kein anderes Werk [...] wird so wild, so tausendfältig anders ausgelegt.“ Gerhard Neumann unterteilt den Forschungsdiskurs zunächst in ganzheitliche Interpretationen und ́einseitige ́ Deutungsansätze. Ganzheitliche Ansätze versuchen aus der Analyse der Erzählung ‚Das Urteil’ heraus, unter Berücksichtigung familiärer, biografischer und kultureller Hintergründe Kafkas, eine Gesamtinterpretation für Kafkas Werk zu liefern. Einseitige Deutungsansätze hingegen nehmen sich einzelner Aspekte des Werks an. Nach Neumann lassen sich die verschiedenen einseitigen Deutungsansätze unter vier Interessenszusammenhängen der Forschung einordnen: Unter einem idealistischen, einem materialistischen, einem strukturalistischen und einem meta-hermeneutischen Ansatz. Die Erzählung wurde bereits auch unter eher ungewöhnlichen Aspekten betrachtet, wie etwa juristischen, die den Aspekt der Schuld ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellen, oder Gender-spezifischen, die Geschlechterrollen überprüfen. Eine der Forschungsperspektiven besteht darin, die Erzählung ‚Das Urteil’ aus psychoanalytischer Sicht zu betrachten. Diese Deutungsweise bietet sich bei der Erzählung geradezu an, da sie viel Züge eines Traumes aufweist und der Vater-Sohn-Konflikt im Mittelpunkt steht. Einige Interpreten versuchen den psychoanalytischen Interpretationsansatz mit einem Tagebucheintrag Kafkas am 23. September 1912 zu rechtfertigen, in dem Kafka über seine Erzählung ‚Das Urteil’ schreibt: „Gedanken an Freud natürlich“ . Dieser Eintrag ist allerdings äußerst vage und noch kein Nachweis, dass Kafka die Erzählung mit der Absicht schrieb, Freudsche Theorien aufzugreifen und zu verarbeiten.Denkbar ist, dass ihm erst nach der Beendigung der Erzählung Parallelen zu Freud aufgefallen sind, oder dass die ́Gedanken an Freud` nicht den Inhalt der Erzählung, sondern eher die Arbeitsweise betreffen, durch die die Erzählung entstanden ist; eine Arbeitsweise, die derjenigen Freuds gleicht.
 

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