Kaiserin Theophanu

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GRIN Verlag, Dec 6, 2011 - History - 20 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 1,3, FernUniversität Hagen (Geschichte und Gegenwart Alteuropas), Veranstaltung: Familie und Verwandschaft im Mittelalter und früher Neuzeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Die im Staatsarchiv Wolfenbüttel ausgestellte Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu1 ist eine der schönsten und wichtigsten Urkunden aus frühmittelalterlicher Zeit. Die in Goldschrift auf purpurfarbenen Pergament geschriebene Dotalurkunde ist Zeugnis kultureller und politischer Kontakte zwischen dem Abendland und Byzanz im ausgehenden 10. Jahrhundert.2 Nach jahrelangen Versuchen Ottos I., eine purpurgeborene3 Tochter des byzantinischen Kaiserhofes als Frau für seinen während des Weihnachtsfestes 967 zum Mitkaiser gekrönten Sohn Otto II. zu bekommen4, nehmen seine Heiratsverhandlungen 972 ein positives Ende5. Die Nichte des amtierenden Basileus Johannes Tzimiskes wird im Dezember 971 von Erzbischof Gero von Köln in Konstantinopel abgeholt und ins weströmische Reich begleitet. Zwar war sie nicht purpurgeboren, jedoch war es nach oströmischen Recht nicht gestattet, purpurgeborene Söhne und Töchter ausserhalb des Landes zu verheiraten. An der Reichsgrenze in Benevent nimmt sie im Frühjahr 972 Bischof Thiederich von Metz in Empfang und bringt sie nach Rom, wo sie am 14. April 972 von Papst Johannes XIII. mit Otto II. vermählt und gleichzeitig zur Mitkaiserin gekrönt wird. Die Hochzeit bedeutete für Otto I. die diplomatische Anerkennung des weströmischen Kaisertums durch den oströmischen Kaiser, die er so lange ersehnt hatte und die es aufgrund der öströmischen Ansicht, der in Konstantinopel regierende Kaiser, sei der einzig legitime Nachfolger des antiken Römischen Reiches6 so schwer zu erlangen war. Des Weiteren fanden nun vorerst die Streitigkeiten über die Gebiete Benevent und Capua ein Ende, da diese, wie Engels erklärt, der Theophanu als Mitgift mitgegeben wurden und somit in weströmischer Hand blieben7. Die Dotalurkunde wurde von Otto I. und Otto II. angefertigt und Theophanu zu ihrer Vermählung ausgehändigt. Sie beinhaltet nach gängigem Brauch große Schenkungen des Ehemannes an die Ehefrau, um so auch die Königinnen materiell abzusichern. Theophanu erhielt auf diese Weise umfangreiche Ländereien, unter anderem die italienische Provinz Istrien mit der Grafschaft Pescara und die deutschen Provinzen Walcheren, Wichelen und Herford in Westfalen. Somit wurde sie zur reichsten Frau des ausgehenden 10. Jahrhunderts.

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