Kammergerichtsprasident Dr. Georg Strucksberg

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Lexxion Verlag, 2008 - Law - 31 pages
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Am 16. Juli 1955 geht beim Senator fur Inneres des Landes Berlin das Schreiben eines Kollegen aus dem Senat von Berlin, namlich des Senators fur Volksbildung Professor Dr. Tiburtius, vom selben Tage ein. Darin heisst es auszugsweise: "Ich erlaube mir, Ihre Aufmerksamkeit auf folgenden Vorfall zu richten: In der Verwaltungsstreitsache des Professors der Hochschule fur Musik Berlin Theodor J. gegen meine Verwaltung hat am 14. dieses Monats eine Verhandlung vor dem 4. Senat des Oberverwaltungsgerichts stattgefunden. In dieser Verhandlung hat der Senatsprasident im Hinblick auf die dem Senat vorliegenden Akten meiner Verwaltung wortlich erklart: "Irgendein Idiot hat da geschrieben a ." Sie werden Verstandnis dafur haben, dass ich die Beamten meiner Verwaltung gegen eine so grobe Beleidigung, zumal sie in einer offentlichen Sitzung gerade eines Senats des Oberverwaltungsgerichts ausgesprochen ist, in Schutz nehmen muss. Ich darf Sie daher bitten, eine Untersuchung zu veranlassen. Ich darf ferner darauf hinweisen, dass die mit wenigen Satzen angedeutete Urteilsbegrundung des Vorsitzenden in der nachdrucklich betonten und von der Presse ubernommenen Feststellung gipfelte, es sei ihm unverstandlich, wie die Senatsverwaltung fur Volksbildung einen vollig unaufgeklarten Fall durch die Instanzen hatte treiben konnen."Der Innensenator reicht dieses Schreiben unverzuglich an den Prasidenten des Oberverwaltungsgerichts Berlin weiter, dem nach dem Gesetz uber die Verwaltungsgerichtsbarkeit vom 8. Januar 1951 die Dienstaufsicht uber die Mitglieder des Oberverwaltungsgerichts obliegt. Es ist unschwer zu erraten, dass der Name jenes Vorsitzenden des 4. Senats des Oberverwaltungsgerichts Berlin Dr. Georg Strucksberglautete. Was hat Dr. Strucksberg, der im Juli 1955 bereits 71 Jahre alt war, in das beschriebene Amt des Oberverwaltungsgerichts Berlin gebracht
 

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