Karl IV. - Die Suche nach dem Individuum in der Vita Caroli Quarti

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GRIN Verlag, Feb 22, 2012 - History - 72 pages
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Secundis sedentibus in thronis meis binis, binas mundi vita agnoscere et meliorem eligere. Mit diesen Worten beginnt Karl IV. seine Selbstbiographie, die Vita Caroli Quarti. Die Tatsache, dass Karl IV. als einziger weltlicher Herrscher des Hochmittelalters ein autobiographisches Werk in lateinischer Sprache verfasst hat scheint für den individuellen Charakter dieses Herrschers zu sprechen. Spiegelt sich diese Individualität in seiner Vita wieder? Im Folgenden soll nun versucht werden, anhand der Vita Caroli Quarti die individuelle Entwicklung Karls IV. in der Zeitspanne, die die Selbstbiographie beschreibt, aufzudecken und zu interpretieren. Die Suche nach der persönlichen Entwicklung Karls IV. wird erschwert durch die typisierte Form, der die Vita folgt, angelehnt an Vorbildern, die dem Verfasser geläufig waren. Besonderes Augenmerk gilt hier der Entwicklung seines Selbstbewusstseins als junger Herrscher und Verfasser eines lateinischen Selbstzeugnisses unter genauer Berücksichtigung seines christlichen Glaubens. Die These, dass Karls Verhältnis zu Gott mit Zunahme seiner Macht und seines Erfolges und der damit verbundenen Steigerung seines Selbstbewussteins schwächer wird soll unter verschiedenen Aspekten anhand des lateinischen Textes belegt werden. Als Haupttext wird die Ausgabe der Vita Caroli Quarti von Eugen Hillenbrand verwendet. Ergänzt wird diese Edition durch die Übersetzung Ludwig Ölsners in Bearbeitung Anton Blaschkas, durch eine unbekanntere Übersetzung Ottokar Menzels sowie durch eine historisch-kritische Edition ohne Übersetzung aus dem 19. Jahrhundert von Johann Friedrich Boehmer. Vor der Interpretation der Vita müssen die Begriffe Individuum und Autobiographie im mittelalterlichen Kontext erklärt werden. Welche Entwicklungsstufen durchläuft die Entwicklung des Individuums und die damit eng verknüpfte Autobiographie? Welche Vorbilder standen Karl zur Verfügung? Will man das Individuum Karl in seiner Vita greifen, setzt dies die genaue Kenntnis seines Lebenslaufs voraus. Entscheidend für das Verständnis eines mittelalterlichen Autors ist das Wissen über die Umstände unter denen er seine Schrift verfasste. In welchem Abschnitt seines Lebens befand sich Karl als er die Vita verfasste? Was brachte ihn dazu als weltlicher Herrscher ein lateinisches Selbstzeugnis abzulegen? Im Folgenden soll der lateinische Text formal und inhaltlich untersucht werden um so die individuelle Entwicklung Karls IV. in seiner Vita Caroli Quarti zu erfassen.

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