Karl der Kahle und die Verkirchlichung der Thronerhebung

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GRIN Verlag, Mar 15, 2003 - History - 18 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 3,0, Universität Leipzig (Historisches Seminar), Veranstaltung: Sakrale Herrschaft in Antike und Mittelalter, Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Der König habe sich, meint Dümmler, mit dem „leeren Gepränge und dem Schein der Macht“ zufriedengegeben4. Eine andere Deutung bringt Percy Ernst Schramm: Karl habe das Defizit an politischer Macht durch Bemühungen um die „geistliche Formgebung“ seines Reiches kompensiert5. Einige englische Historiker bewerten den westfränkischen König anscheinend gerade wegen der kulturellen Ausstrahlung seiner Herrschaft sehr positiv6. Janet L. Nelson beschreibt Karl den Kahlen als auch machtpolitisch erfolgreichen Monarchen, der durch die Kirche aber nicht in Abhängigkeit von ihr regierte7. So sieht das auch Nikolaus Staubach. Er geht allerdings noch weiter und betont, Karl der Kahle hätte sich mit Hilfe eines stark durch die christliche Herrschertugend der sapientia bestimmten Herrscherbildes auch gegen die Einmischung von Kirchenvertretern wie Hinkmar von Reims in seine Regierung gewehrt8. Kultur, und im Mittelalter eben kirchliche Kultur, wird hier zu einem Herrschaftsinstrument. Hier soll vor allem die Rolle des kirchlichen Aktes der Königsweihe in Karls Herrschaftssystem interessieren. Deren Bedeutung wird nicht nur heute von vielen Historikern diskutiert, sondern im 9. Jahrhundert auch immer dann, wenn Karls Herrschaft in Gefahr war. 4 siehe FN 3. Die ältere Forschung bezieht sich bei der Wertung von Karl dem Kahlen sehr oft vor allem auf die Annalen von Fulda (AF), die dem Hof Ludwigs des Deutschen sehr nahe standen. Besonders gern verwendete Topoi sind die Gier und Prunksucht Karls des Kahlen. 5 Percy Ernst Schramm, Der König von Frankreich. Das Wesen der Monarchie von 9. zum 16. Jahrhundert, Weimar 1939, Darmstadt 19602, S. 11. 6 Rosamund McKitterick, Charles the Bald (823-877) and his library, in: The English Historical Review 95 (1980); dies., The Frankish Kingdoms under the Carolingians, London – New-York, 1983; Janet L. Nelson, Charles the Bald, London – New York 1992; J. M. Wallace-Hadrill, A Carolingian Renaissance Prince: the Emperor Charles the Bald, Oxford 1980: Mir war allerdings nur das Buch von Nelson direkt zugänglich. Die anderen Texte kenne ich ausschließlich aufgrund von Fußnoten. 7 Nelson, S. 164: „Charles could use his relationship with the church throughout his kingdom to exploit structures of ecclesiastical government [...]“ 8 Nikolaus Staubach, Rex Christianus. Hofkultur und Herrschaftspropaganda im Reich Karls des Kahlen, Köln/ Weimar/ Wien 1993, S. 16.
 

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