Kartellrechtliche Zulässigkeit von Marktinformationsverfahren

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GRIN Verlag, 2010 - 60 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht, Note: 1,3, FernUniversitat Hagen, Sprache: Deutsch, Abstract: Marktinformationsverfahren (MIV) haben eine ambivalente Wirkung auf den Wettbewerb, weil sie ihn sowohl beschleunigen als auch dampfen konnen. Namentlich MIV, die zur Verstarkung eines Preis-, Quotenkartells etc. eingesetzt werden, spielen in der Praxis eine grosse Rolle, bedurfen aber i.R. einer eigenstandigen kartellrechtlichen Uberprufung, da in ihrem Hintergrund stehende Kartellabsprachen fur Aussenseiter oft nicht erkennbar sind. Bei der Prufung der kartellrechtlichen Zulassigkeit von Marktinformationsverfahren haben sich in der deutschen und europaischen Praxis unterschiedlichen Ansatze herausgebildet, die in einem Modell zusammengefuhrt werden konnen. Der gemeinsame Ausgangspunkt der beiden Ansatze ist die Vorstellung von einer kunstlichen Markttransparenz, die durch horizontale Informationsstrome zwischen Konkurrenten entsteht und die naturliche Unsicherheit uber aktuelles und zu erwartendes Verhalten der Marktteilnehmer beseitigt. Aus der kunstlichen Markttransparenz konnen einerseits Intentionen der Teilnehmer abgeleitet werden, die auf eine willentliche Koordinierung ihres Marktverhaltens schliessen lassen. Der Nachweis einer solchen Koordinierung steht in der Tradition der europaischen Rechtsanwendung. Die besonders in der deutschen Kartellrechtspraxis beheimatete Theorie vom Geheimwettbewerb leitet dagegen aus der kunstlichen Markttransparenz bestimmte Reaktionen der Marktteilnehmer ab, die objektiv zu einem bewussten, wenn auch nicht aufeinanderbezogenen Parallelverhalten bzw. Verzicht auf Verhaltensoptionen fuhren. Bei der Prufung der kartellrechtlichen Zulassigkeit von MIV kommt es entscheidend darauf an, welche Eigenschaften eines MIV zur Herstellung einer wettbewerbsschadigenden Markttransparenz fuhren, wann ein MIV also aus eigener Kraft" eine Wettbewerbs"
 

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81 I EGV Aberle Absatz Absatzpreise Abstimmung Abwägung Aggregationsgrad der Daten Amortisierung Anbieter Angebote Asnef-Equifax Austausch von Informationen Benchmarking Beschränkung des Wettbewerbs bewirken BKartA Einsatz Entscheidung EuGH Europäische Kommission Fettsäuren Fiatagri Folge akzeptierter Fremdbestimmung Freistellung FS-Lieberknecht FS-Mailänder gegenseitige Horizontale Informationen Horizontale Markttransparenz Immenga/Mestmäcker Informationsaustausch Informationsfluß Informationsgegenstand Informationssystem Intention Kartell Kartellabsprache Kartellierungsintention Kartellverbot Karton kollusive Komm konkludent konnexe MIV Koordinierung Kosten künstlichen Markttransparenz letzter Zugriff Markt Marktanteile Marktgegenseite Marktinformation Marktstruktur Marktteilnehmer Marktverhalten Marktvollkommenheit Meldestelle Mitbewerber Möglichkeit muß objektive Verknüpfung objektive Wirkung OLG Düsseldorf Oligopol Parallelverhalten Pergamentpapier Preise Preisinformationen Preiskampf Rechtspraxis Risiken Sedemund Selbständigkeitspostulat Situationsfaktoren Stanke statistischen Tatsache Teilnehmer eines MIV Theorie vom Geheimwettbewerb Transparenz Tugendreich Ungewissheit Unternehmer Vereinbarung Verhalten Vollmer voluntativen vorstoßenden Wettbewerbs Wagner-von Papp Wettbewerbsbeschränkung wettbewerbshemmend Wettbewerbsintensität Wettbewerbsparameter Wettbewerbsrecht wettbewerbsschädigend Wettbewerbssituation Wettbewerbsverhalten willentliche Koordination wirtschaftliche WuW/E DE-R Zulässigkeit eines MIV Zulässigkeit von Marktinformationsverfahren zweiten Fall

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