Kasus im Deutschen und Englischen: Ein Beitrag zur Theorie des abstrakten Kasus

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Walter de Gruyter, Sep 15, 2011 - Language Arts & Disciplines - 388 pages

Ausgehend von der LGB-Kasustheorie (Chomsky 1981) folgt die Untersuchung der Kasussysteme des Deutschen und Englischen der Leitidee, daß eine universalgrammatische Kasustheorie sich eher an einer kasusflektierenden als einer flexionsarmen Sprache orientieren sollte. Auf der Basis der morphologischen Kasusmuster des Deutschen wird ein modifiziertes Kasusmodell entwickelt, das den reicheren Kasusverteilungen des Deutschen Rechnung trägt und die reduzierten Muster des Englischen als parametrische Effekte erfaßt. Wesentliche Unterschiede in den Kasussystemen können auf das Vorhandensein/Fehlen distinkter morphologischer Kasus bezogen werden. Das betrifft sowohl die Unterscheidung von syntaktisch und lexikalisch determinierten Kasus(verwendungen), was besonders für das 'Dativproblem' im Deutschen relevant wird, wie die syntaktische Realisierung von Doppel-Komplement-Strukturen. Entgegen der traditionellen kasusparadigmatischen Auffassung erscheint das Kasussystem einer Sprache als aus kategorienspezifischen Subsystemen bestehend. Für die V-Kasus ergibt sich ein 'Akkusativ-zentriertes' System mit dem Nominativ als neutralem bzw. Null-Kasus. Entgegen neuerer Entwicklungen, die Kasus als Spezifikator-Kopf-Relationen auffassen, wird an dem Strukturbegriff der 'Kasusrektion' festgehalten. Die Kasusmuster des Deutschen und Englischen resultieren aus dem Zusammenwirken der drei parametrisierten Prinzipien der Kopfstellung, der Argumentrealisierung und der distinkten morphologischen Lizensierung von Argumentrelationen. Die strukturellen Prinzipien erfassen die deutsch-englischen Stellungsunterschiede und das morphologische Prinzip die beschränkten Realisierungsmöglichkeiten im Englischen. Es ergibt sich der Effekt, daß der englische Verbalbereich weniger strukturiert erscheint als der des Deutschen. Behandelt werden in diesem Rahmen u.a. das Lexik-Syntax-Verhältnis (hinsichtlich der Drei-Argumente-Beschränkung), die Dativ-Alternation und P-Strandung im Englischen, die Rolle von Partizipien in Perfekt- und Passivstrukturen, AcI-Strukturen sowie transformationssyntaktische Phänomene.

 

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Contents

13 Kasusmerkmale und Kasusmorphologie
189
2 Syntaktische Projektion lexikalischer Argumentstrukturen
193
22 Zur syntaktischen Argumentprojektion im Englischen
203
3 NPNPKomplementstrukturen im Englischen
219
31 Zur DativAlternierung im Englischen
220
Das indirekte Objekt als verdeckte PP
223
IOInkorporation
229
34 Zur NPNPStruktur bei dem forgive Verbtyp
244

Kasusmuster und Kasussystem im Deutschen
47
1 Die morphologischen Kasusmuster des Deutschen
49
11 Zur Verteilung von Nominativ und Objektskasus
50
12 Zur Kombination von Präpositional und reinem Kasus
52
13 Verben mit mehr als drei Argumenten
54
2 Zur Abfolge kasusmarkierter Satzglieder
59
21 Zum Begriff der unmarkierten Abfolge
60
22 Invertierte Kasusabfolgen
61
23 Natürliche und unmarkierte Abfolgen
64
24 Zur Konfigurationalität des Mittelfeldes
65
25 Singularität und Adjazenz der Kasusrektion im Deutschen
69
3 Generative Kasusanalysen zum Deutschen
71
H Th Tappe
81
Syntaktische Projektion und abstrakte Kasus
97
11 Zur Subkategorisierung des SubjektArguments
98
12 Zum Status der kategorialen Subkategorisierung
100
2 Lexikalische AStruktur und das Projektionsproblem
102
21 Zur Kasusindizierung im Lexikon
104
22 Zur Kennzeichnung des externen Arguments
105
23 Eine projektionsrelevante Indizierung von Argumenten
113
24 Die syntaktische Projektion eines Arguments als Subjekt
121
3 Sätze mit expletivem Subjekt und ohne Subjekt
123
Eine alternative Analyse
125
4 Abstrakte Kasus und Syntax
131
42 Invertierte Kasusabfolgen
142
43 Verben mit doppeltem Akkusativ
149
5 Zusammenfassung und Ausblick
162
52 Die Kasusmuster im Deutschen
166
53 Kasus in der Rektion des Verbs
169
54 Das morphologische Kasussystem des Deutschen
173
Kap IV Abstrakter Kasus im Englischen
176
12 Kasusparameter und das englische Kasussystem
182
4 Kasus und Transformationssyntax
246
41 Move α und Transformationstypen
247
42 ArgumentBewegungen
250
43 NonArgumentBewegungen
274
44 Zur Strandung von Präpositionen
285
5 Zusammenfassung
301
Zum Nominativ im Deutschen und Englischen
303
11 NominativZuweisung durch AGR
304
12 NominativZuweisung als SpecHeadBeziehung
306
13 NominativZuweisung durch das flektierte Verb
307
2 Zum Kasus des nominalen Prädikativs
310
21 Prädikativa ohne Kasuskongruenz
312
22 Prädikativa in Kontrollstrukturen
313
23 Zum prädikativen Nominativ im lassenKomplement
320
3 Kasustheoretische Bewertung des Nominativs
329
32 Nominativ und Kongruenz
331
33 Der Nominativ als NullKasus
332
Primärer Kasus oder neutrales Element?
335
35 Das Kasuskategorienmodell und der Sprachvergleich
343
Ergebnisse und Ausblicke
347
2 Zum Modell einer Kasustheorie
348
21 Distinkte und linksperiphere Kasusrealisierung
351
22 Objektkombinationen und Subjektprojektion
353
23 Die Parameter des englischen Kasussystems
354
24 Transformationssyntaktische Konsequenzen
356
26 Nominativ als neutraler Kasus
357
3 Offene Fragestellungen
358
32 Nominative Objekte
359
33 Nichtnominative Subjekte
360
Literatur
362
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