Keller als phantastischer Realist - Die Märchensymbolik in Gottfried Kellers Novelle "Pankraz der Schmoller"

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GRIN Verlag, 2007 - 56 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Universitat Trier, 12 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Analyse der Marchenelemente in Kellers Novelle - eine Betrachtung des Lowens hat gefehlt., Abstract: Die Novelle Pankraz der Schmoller" von Gottfried Keller, als erste Geschichte des Novellen - Zyklus Die Leute von Seldwyla" 1856 erschienen, lasst sich in ihrer Intension und Bedeutung schwer fassen. Von den vielfaltigen Moglichkeiten, sich der Novelle zu nahern und sie fur sich zu begreifen, wird hier versucht, die Marchensymbolik der Novelle zu erkennen und auch zu entschlusseln: Die auffalligen Verweise und Verwandtschaften der Novelle zu der Marchengattung sind sicher nicht unbeabsichtigt. Sowohl der Erzahlstil als auch die Verwendung der Zahlen - die sich jedoch vor allem auf den Beginn der Geschichte konzentrieren - sind Indizien fur einen dem Autor nicht nur bekannte, sondern moglicherweise auch bewusste Verwendung von Marchenelementen, die eine bewusste oder unbewusste Verbindung schaffen, deren Ursache herausgefunden werden soll. Hierbei bietet sich ein Vergleich mit den "Kinder- und Hausmarchen" der Bruder Grimm - die durch ihre Sammlung den Begriff 'Marchen' in ihrer gewohnten Form erstmalig definierten und pragten - sowie mit der ebenfalls dem 'Seldwyla - Zyklus' entstammenden Novelle Spiegel das Katzchen" an, da diese Novelle ein von Keller geschriebenes Marchen ist. Gerade im Vergleich mit diesem Marchen lasst sich deutlich nachvollziehen, inwieweit Pankraz der Schmoller" von Marchenelementen durchdrungen ist. Die Problematik, sich Kellers Werk durch die Parallelen zur Marchenstruktur zu nahern, ist bekannt: Theo Loosli, Theo (Fabulierkunst und Defiguration, S. 378) schrieb: Haufig tauchen Topoi aus dem Marchen, aus volkstumlicher Literatur, aus Romanzen und Heftchenromanen auf: Es bleibt unsicher, ob dieser bunte Lesestoff parodiert wird, oder ob er als
 

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Contents

Vorbetrachtung
3
Der phantastische Realist
5
Inhaltsbeschreibung
7
Das Märchen
8
a Ort Personen Zeitangaben
10
b Pankraz
11
Die Zahlensymbolik
13
Vergleich mit dem Märchen von einem der auszog das Fürchten zu lernen
16
Vergleich mit Kellers Novelle Spiegel das Kätzchen
18
Schlussbetrachtung
23
Literaturverzeichnis
24
Copyright

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Popular passages

Page 21 - Die Moral von der Geschichte sei einfach, daß er in der Fremde durch ein Weib und ein wildes Tier von der Unart des Schmollens entwöhnt worden sei.
Page 3 - Häufig tauchen Topoi aus dem Märchen, aus volkstümlicher Literatur, aus Romanzen und Heftchenromanen auf: es bleibt aber unsicher, ob dieser bunte Lesestoff parodiert wird, oder ob er als anbiedernder, verharmlosender Erwartungshorizont weiterwirkt. Keller wird somit zu einem erstaunlich vielschichtigen Erzähler. Er liebt Anspielungen, er bewegt sich mit seiner Auffassung der 'Dialektik der Kulturbewegung' durchaus im selbstreflexiven Bereich der Intertextualität; aber er kann auch sehr selbstsicher...
Page 6 - Güter wmden, und in tausend erfundenen Variationen wandte ich dieselben hin und her und malte mir ein Leben aus, wo ein kluger und geschickter Mann die Verkehrtheiten und Mängel einer liebenswürdigen Frau täglich und stündlich in ebensoviel artige und erfreuliche Abenteuer zu verwandeln und ihren Dummheiten mittelst einer von Liebe und Treue getragenen Einbildungskraft einen goldenen Wert zu verleihen wisse, so...
Page 5 - Ein Trotzwesen macht sich bemerkbar, das nichts anderes ist als „das Zurückziehen in den...
Page 5 - merkbar phantastischen Drechslermeister", dessen Augen „glühten wie von einem anhaltenden Glanze innerer Wärme und...

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