Ketzerverfolgungen im Mittelalter am Beispiel des Ketzerprozesses in Sens 1140 gegen Peter Abaelard

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GRIN Verlag, Apr 3, 2008 - History - 22 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 1,3, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Historisches Institut), Veranstaltung: Lebensbilder und Lebensformen im Mittelalter, 23 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Rahmen dieser Arbeit soll, anhand des Beispiels des wohl „bekanntesten Theologenprozesses des 12. Jahrhunderts“ in Sens 1141 gegen Peter Abaelard, der Versuch unternommen werden, die Vorgehensweise gegen vermeintliche Häretiker des Mittelalters darzustellen. Dabei muss aber im Vorfeld erklärt werden, dass es sich ausschließlich um Theologen- bzw. Ketzerprozesse des 12. Jahrhunderts handeln wird. Begründet liegt diese Abgrenzung darin, dass sich nicht nur das Ketzertum in der Zeit vom 11. zum 12. Jahrhundert stark verändert hat, sondern auch die Prozesse gegen Ketzer. Ketzer des 11. Jahrhunderts debattierten nur in geschlossenen Kreisen und versuchten durch „Weltflucht ihre strenge Lebenshaltung zu verwirklichen“. Sie waren darum bemüht über „stille Missionsarbeit“ Anhänger zu gewinnen. Die Ketzer des 12. Jahrhunderts waren dagegen we¬sentlich offensiver in ihrem Vorgehen. Sie traten mit ihren Überzeugungen nach Außen, versuchten durch aggressive Predigten und der zum Teil verbreiteten Bereitschaft zu physischer Gewalt die Kirche zu erreichen und somit zu Reformen zu bewegen. Überdies muss unterschieden werden zwischen dem „volkstümlichen Ketzertum“, das heißt einem Ketzertum, das überwiegend aus Laien bestand, und der Häresie der Gebildeten. Ist in dieser Arbeit also die Rede von dem Ketzertum, so handelt es sich ausschließlich um das Ketzertum der Gebildeten des 12. Jahrhunderts. Um ein recht deutliches Bild über die Ketzerprozesse des 12. Jahrhunderts zeichnen zu können, wird der Prozess gegen Peter Abaelard in Sens 1141 dargelegt werden. Dabei wird der Hauptteil der Arbeit in zwei Abschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt sollen die Eingangsvoraussetzungen um Abaelard, seine Theorien und seine Person dargelegt werden. Der zweite Abschnitt wird auf das eigentliche kanonistische Verfahren näher eingehen, um im weiteren Verlauf die Frage beantworten zu können, inwieweit der Prozess gegen Abaelard repräsentativ war. Für den Prozesse von Sens 1141 erstreckt sich eine ganze Masse an Quellen, die die Umstände der Verhandlung ausgesprochen detailliert beleuchten können. Zu nennen wäre zum einen GOTTFRIED VON AUXERRE, der zur Anhängerschaft Bernhards von Clairvaux, dem eigentlichen Ankläger Abaelards, zählte, OTTO VON FREISING, der zu den neutralsten Berichterstattern dieser Zeit gehört, sowie einige Berichte des Erzbischofs von Sens und Reims an Papst Innozenz II..
 

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