Kognitive Ordnungsbildung bei Literaturprozessen: Empirische Untersuchungen auf dem Gebiet der Rezeption

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GRIN Verlag, Jul 29, 2010 - Literary Criticism - 211 pages
Diplomarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: gut, Universität Wien (Deutsche Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit befasst sich mit empirischen Methoden, die man auf dem Gebiet der Literaturwissenschaft anwenden kann. Die Geistes- und Literaturwissenschaften sehen großteils von der psychologischen Grundvoraussetzung von Erzählungen ab, ebenso von psycho-affektiven Funktionen. Neue Erkenntnisse der Biologie, der Hirnforschung und der Psychologie zeigen uns, dass die Zweiteilung der Wissenschaften in Natur- und Geisteswissenschaften nicht mehr angebracht ist. Die Untersuchung von Literaturprozessen muss heutzutage unter Berücksichtigung unseres Wissens über Struktur und Funktionsweise der menschlichen Kognition erfolgen. Daher findet man im 1. Teil der Arbeit einen kleinen Exkurs auf das Gebiet der kognitiven Psychologie, der Neurobiologie und der Hirnforschung. Die Begründung eines neuen Literatursystems und der Paradigmenwechsels im Sinne einer kognitiven Wende auf dem Gebiet der Literaturwissenschaft durch Siegfried J. Schmidt, dessen Name eng mit dem interdisziplinären Forschungsprogramm des Radikalen Konstruktivismus verbunden ist, werden im 2. Teil der Arbeit beschrieben. Vor allem geht es dabei um den empirischen Leser, mit all seinen biologisch-psychischen, historisch-kulturellen Voraussetzungen, der den impliziten Leser ablöst. Im 3. Teil sodann werden die Ergebnisse eigener empirischer Forschungen präsentiert. Es handelt sich dabei um Reproduktionsexperimente, die sich vor allem auf gestaltpsychologische und dynamische textlinguistische Methoden stützen, mittels derer die Gefordertheiten der Texte und deren Wirkung auf die kognitiven Operationen der Rezipienten bei der Reproduktion untersucht werden. Ähnliche Experimente wurden bereits in den 80er Jahren durchgeführt, allerdings lassen sich die Ergebnisse von damals nur bedingt bestätigen. Die angewandten Methoden mögen vielleicht bei sehr kurzen, emotional eher unverfänglichen und wenig komplexen Texten ihre Berechtigung haben, bei längeren, komplexeren Texten, sowie bei sprachexperimenteller Prosa zeigen sich bereits Schwierigkeiten.
 

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About the author (2010)

Kurzbiografie Ich bin in Wien geboren und habe Gesang, Fremdenverkehr, Afrikanistik, Ethnologie und Germanistik studiert. Zunächst war ich in der Reisebranche tätig, später als Deutschtrainerin. Auslandaufenthalte: in verschiedenen afrikanischen Ländern (West-, Süd- und Ostafrika) sowie den USA (San Diego/Südkalifornien). Mitgliedschaften: Louis Braille Chor (Funktion: Obfrau), IG Autoren/Autorinnen, Autorinnenvereinigung e.V., Österreichischer Schriftsteller/Innen-Verband (OeSV). Literarische Publikationen: Eigenständige Publikationen: Mein Afrika (Roman), Arovell, Gosau-Wien-Salzburg 2008, ISBN 9783902547682, überarbeitete und erweiterte Neuauflage unter dem Titel „Spätsommerglühen über Afrika“ (2012, Nachdruck von 50 Exemplaren auf eigene Kosten aufgrund der Nachfrage) Eine Überdosis Freiheit (Roman), Arovell, Gosau-Wien-Salzburg 2011, ISBN 9783902547286 Bu-Nr. d728 Beiträge in Anthologien und Kulturzeitschriften, z.B. in: Mit Wort und Paukenschlag, Hrsg. Klaus Ebner, Arovell, Gosau-Wien-Salzburg 2011, ISBN 978-3-902547-24-8, Bu-Nr. d724 Gedichte in diversen Anthologien Kurzprosa auf diversen Websites und wakeapps.ch Weiters: Reiseberichte und wissenschaftliche Publikationen Förderungen: Die beiden Romane wurden mit Förderungen des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur sowie Förderungen der Landeskulturämter und Gemeinden publiziert. Bereits als Kind habe ich Geschichten erfunden und Gedichte verfasst. Heute geht es mir vor allem um die künstlerische Gestaltung wahrer Geschichten, wobei mir die Themen Beziehungen, Identität und Kulturschock besonders am Herzen liegen. Zurzeit suche ich einen Verlag für mein neues Manuskript "HENY - Alexander Bisenz' Neffe". Mag. Dr. Daria Hagemeister Wien, 12. Juni 2015 www.daria-hagemeister.com

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