Kollokationen und maschinenlesbare Korpora: Ein operationales Analysemodell zum Aufbau lexikalischer Netze

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Walter de Gruyter, Apr 20, 2011 - Language Arts & Disciplines - 389 pages

In der Phraseologieforschung, der Fremdsprachendidaktik und der Metalexikographie werden Kollokationen zumeiste als Elemente der langue aufgefaßt und im Graubereich zwischen freien Wortverbindungen und Phrasemen angesiedelt. Wenig Gemeinsamkeiten mit dieser Auffassung zeigt die kollokationstheorie des britischen Kontextualismus, die zum Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit genommen wurde. Kollokationen in diesem Sinne basieren, gemäß dem kontextualistischen Postulat, nur den tatsächlichen Sprachgebrauch zu untersuchen, auf Elementen der parole. Sie werden zu Zwecken lexikalischer Analyse eigens gebildet und bestehen aus beliebigen Zusammenfassungen sprachlicher Einheiten, die in konkreten Texten in syntagmatischer Nähe zueinander vorkommen.

Ziel der Arbeit ist es, die Kollokationstheorie des Kontextualismus in ein operationales lexikalisches Sprachanalysenmodell, welches auch für die maschinelle Sprachverarbeitung nutzbar ist, umzusetzen. Dieses Sprachanalysemodell soll insbesondere dazu dienen, die maschinelle Disambiguierung im Falle polysemer oder homonymer Wörter sowie die maschinelle Identifizierung von Phrasemen - Aufgaben, die die maschinelle Sprachverarbeitung noch immer vor große Probleme stellen - handhabbarer zu machen. Bisherige Problemlösungsstrategien bestanden vor allem darin, entweder Restriktionen für die Textproduktion vorzusehen oder spezielle Basen zur Repräsentation sprachexternen Wissens zu kompilieren. Das hier entwickelte Analysemodell stützt sich dagegen auf die Annahme, daß die Identifizierung und Charakterisierung sprachlicher Einheiten allein auf der Grundlage des kollokativen Verhaltens von Formativen in konkreten Texten, wie es sich anhand von Häufigkeit und Signifikanz ihres Miteinandervorkommens bestimmen läßt, geleistet werden kann. Die Miteinbeziehung von Wissen über außersprachliche Entitäten wird somit nicht als notwendig erachtet. Endergebnis eines Analyseverfahrens der hier projektierten Form ist ein lexikalisches Netz, das im Anschluß als Datenbasis für vielerlei Arten von Textgenerierungs- und Textanalyseaufgaben genutzt werden kann.

 

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Contents

1 Einleitung
1
2 Kollokationen Theorien Methoden Termini
7
22 Kollokationen im Kontextualismus
14
23 Phraseologiegeprägte Kollokationskonzeptionen
57
24 Kollokationen und maschinelle Sprachverarbeitung
62
25 Theorien Methoden Termini Resümee
91
3 Präliminarien zu KOLYNET
96
31 Untersuchungsbasen und Korpora
97
42 UBAUFB Subverfahren zur Aufbereitung des Analyseinputs
170
43 KTBKOLLO Subverfahren zur Bildung kollokatsbereichbestimmter Kollokationen
185
44 ZKOLLO Subverfahren zur Ermittlung von zWerten und SGKOLLO Subverfahren zur Ermittlung von Signifikanzgruppen
207
45 ERGKOLLO Subverfahren zur signifikanzgeleiteten Ergänzung der Kollokationentabellen und Z+KOLLO Subverfahren zur Ermittlung von zWe...
227
46 QUANKTP Subverfahren zur quantitativen Charakterisierung von Kollokatspotentialen
247
47 BKNTMG Subverfahren zur Bildung von Kollokantemgruppen und LEXNETZ Subverfahren zur Fertigstellung des lexikalischen Netzes
273
48 Das KOLYNETAnalysemodell Resümee
339
5 Schluß
348

32 Relationale Datenmodelle
122
33 Vorschläge für ein Wortformeninventar
131
4 Das KOLYNETAnalysemodell
146
41 Die KOLYNETBefehlssprache
149

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