Komik bei Thomas Bernhard am Beispiel 'Die Mütze'

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GRIN Verlag, 2007 - 36 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: Sehr gut, Universitat Salzburg (Germanistik), Veranstaltung: Ironie und Ubertreibung: Linguistische Analysen zu Bernhard, Jandl, Jelinek, 22 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Thomas Bernhards Werk gibt einer linguistischen Untersuchung jede Menge Nahrung: Auf allen Ebenen seiner literarischen Texte lassen sich Poetisierungsverfahren orten. Meine Seminararbeit widmet sich Bernhards Beitrag zur 'Osterreichischen Komik' und der Komik als rezeptionsasthetischem Phanomen, bevor eine detaillierte Analyse der Erzahlung 'Die Mutze' erfolgt., Abstract: Thomas Bernhards Werk gibt einer linguistischen Untersuchung jede Menge Nahrung: Auf allen Ebenen seiner literarischen Texte lassen sich Poetisierungsverfahren orten. Diese Seminararbeit widmet sich Bernhards Beitrag zur "Osterreichischen Komik" und der Komik als rezeptionsasthetischem Phanomen, bevor eine detaillierte Analyse der Erzahlung "Die Mutze" erfolgt."
 

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Page 6 - Anwesende, es ist nichts zu loben, nichts zu verdammen, nichts anzuklagen, aber es ist vieles lächerlich; es ist alles lächerlich, wenn man an den 'Tod denkt.
Page 2 - Aber die Form ist ja das Gedicht. Die Inhalte eines Gedichtes, sagen wir Trauer, panisches Gefühl, finale Strömungen, die hat ja jeder, das ist der menschliche Bestand, sein Besitz in mehr oder weniger vielfältigem und sublimem Ausmaß, aber Lyrik wird daraus nur, wenn es in eine Form gerät, die diesen Inhalt autochthon macht, ihn trägt, aus ihm mit Worten Faszination macht.
Page 6 - So muß, als ob das Schicksal zum Jammer unseres Daseins noch den Spott fügen gewollt, unser Leben alle Wehen des Trauerspiels enthalten, und wir dabei doch nicht einmal die Würde tragischer Personen behaupten können, sondern, im breiten Detail des Lebens, unumgänglich läppische Lustspielcharaktere sein.
Page 6 - Das Leben jedes Einzelnen ist, wenn man es im Ganzen und Allgemeinen übersieht und nur die bedeutsamsten Züge heraushebt, eigentlich immer ein Trauerspiel; aber im Einzelnen durchgegangen, hat es den Charakter des Lustspiels.
Page 2 - Der Sprachforscher Anatomieren magst du die Sprache, doch nur ihr Kadaver; Geist und Leben entschlüpft flüchtig dem groben Skalpell.
Page 16 - Parschallen gelaufen, weil ich nicht verrückt werden will; ich muß aus dem Haus, wenn ich nicht verrückt werden will. Die Wahrheit aber ist, daß ich verrückt werden will, ich will verrückt werden, nichts lieber, als wirklich verrückt werden, aber ich befürchte, daß ich noch lang nicht verrückt werden kann. Ich will endlich verrückt werden! Ich will nicht nur Angst haben vor dem Verrücktwerden, ich will endlich verrückt werden. Mir haben zwei Ärzte, wovon einer ein höchst wissenschaftlicher...
Page 15 - Das alles wäre mit einem einzigen Satz gesagt, wie alles mit einem einzigen Satz gesagt ist, aber niemand vermag alles mit einem einzigen Satz zu sagen . . . Gestern um diese Zeit habe ich überhaupt noch nichts von der Mütze gewußt, und jetzt beherrscht mich die Mütze . . . Noch dazu handelt es sich um eine ganz alltägliche Mütze, um eine von Hunderttausenden von Mützen! Aber alles, was ich denke, was ich fühle, was ich tue, was ich nicht...
Page 6 - Trauerspiel; aber im Einzelnen durchgegangen, hat es den Charakter des Lustspiels. Denn das Treiben und die Plage des Tages, die rastlose Neckerei deS Augenblicks, das Wünschen und Fürchten der Woche, die Unfälle jeder Stunde, mittelst des stets auf Schabernack bedachten Zufalls, sind lauter Komödienscenen.
Page 4 - Ohne Menschen haben wir nicht die geringste Überlebenschance, sagte Reger, wir können uns noch so viele große Geister und noch so viele Alte Meister als Gefährten genommen haben, sie ersetzen keinen Menschen...

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