Kritik der Geschichte: Probleme und Formen seit 1800

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Mohr Siebeck, 2006 - Philosophy - 352 pages
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English summary: A 'Critique of History' is more than antihistoricism or scepticism regarding the pretensions of various philosophies of history. 'History' in the modern sense of the word refers to both the way in which human beings develop in time and the way in which this is interpreted. Thus 'Critique of History' concerns a way of life as well as a mode of reflection. Its main argument is that 'history' cannot cope with the full range of temporal experiences which human beings go through. Jurgen Grosse presents four basic paradigms of doubting and denying the absolutism of history that have emerged since the outset of the 19th century. Although these have undergone some changes, they still continue in our time. German description: Seit der Genese der modernen Prozessgeschichte wie des zugehorigen Bewusstseins erhebt sich Kritik an ihren ontologischen, epistemologischen und lebenspraktischen Herrschaftsanspruchen. Im Unterschied zur Historismuskritik oder Skepsis gegenuber einzelnen Geschichtsphilosophien stellt die Kritik der Geschichte die Universalitat des prozessgeschichtlichen Denkens, aber auch eines dadurch bestimmten Daseins uberhaupt in Frage. Diese Kritik vollzieht sich weithin als eine Selbstdestruktion des modernen Geschichtsdenkens. Die prozessgeschichtliche Synthese mit ihrem Versprechen, Historizitat gleichermassen denken und erfahren zu konnen, zerbricht sowohl realgeschichtlich wie in der wissenschaftlichen und philosophischen Theorie. Einzelne Momente dieser Synthese wie die Vorstellung eines homogenen geschichtlichen Raums oder der unhintergehbaren Geschichtlichkeit der Existenz verselbstandigen sich. Hierdurch entstehen alternative Deutungen individuellen wie kollektiven Daseins in der Zeit. Ihre grundlegenden Moglichkeiten differenzieren sich bereits im 19. Jahrhundert vollstandig gegeneinander aus und bestimmen den Umgang mit dem geschichtlichen Bewusstsein bis in die Gegenwart. Jurgen Grosse bietet eine Gesamtdarstellung dieser Problematik. Im ersten Teil stellt er eine Typologie von vier Formen der Geschichtskritik auf: uberhistorisch, transhistorisch, unhistorisch und antihistorisch. Im zweiten Teil des Buches werden deren Transformationen und Vermischungen im 20. Jahrhundert verfolgt. Dabei zeigt sich, dass die prozessgeschichtliche Synthese des 19. Jahrhunderts in einer reduzierten Form uberlebt hat, namlich in der liberalistischen Utopie grenzenlosen Wachstums - einer storungsfreien, ungeschichtlichen Geschichte.

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Contents

Einführung
1
A Vier Formen von Geschichtskritik im 19 Jahrhundert
29
Erkenntnislehre
66
Copyright

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Common terms and phrases

absoluten Anthropologie antihistorische Geschichtskritik Antihistorismus Augenblick Bachofen Bände Begriff beiden bestimmten bildet bloß Burckhardt chen Dasein Denken Differenz Einheit Entitäten epistemologischen Erkenntnis Erkenntnislehre erscheinen erst Erzählung ethische Ewigkeit Existenz Feuerbach Form Frage Frankfurt/M ganze Gegenstand Gegenwart Geist genwart Geschehen geschichtlichen Bewußtseins Geschichtsbegriff Geschichtsdenken Geschichtskritik Geschichtsphilosophie geworden Goethe Grund Hegel Heidegger historischen Bewußtseins Historismus historistischen hrsg Idee Immanenz innergeschichtlichen Jahrhunderts Kierkegaard Kohärenz konnte Kontingenz Kritik der Geschichte Leben Lessing lich Löwith Martin Heidegger Menschen menschlichen metahistorischen Metaphysik Methode modernen Möglichkeit muß mythischen Mythos Natur Nicht-Geschichte Nietzsche Nihilismus ontisch ontologisch Phänomene Philosophie Polemik Position Positivismus Präsenz prozeßgeschichtlichen Ranke Raum rischen Sartre sche Schelling schen schichte schichtlichen Schopenhauer Seienden Sinn Skepsis Spengler storischen Subjekt supra suprahistorischen Suprahistorismus Synthese System temporal thematische theoretischen transhistorischen transzendentalen Transzendenz übergeschichtlichen überhistorischen überzeitlichen unhistorischen unserer Ursprung ÜSG Veränderung Vergangenheit Vernunft verschiedenen wahren Wahrheit Welt Weltgeschichte Weltzeit Werke Wesen wieder Wirklichkeit Wissen Wissenschaft Yorck Zeitlichkeit Zukunft

About the author (2006)

Jurgen Grosse, Geboren 1963; Studium der Geschichte und Philosophie; Lektor und Korrektor in Verlagen; 1996 Promotion; 2005 Habilitation in Philosophie; lebt als wissenschaftlicher Autor in Berlin.

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