Kulturinsel und Machtinstrument: die Akademie der Künste, die Partei und die Staatssicherheit

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Vandenhoeck & Ruprecht, 2007 - History - 463 pages
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Eine Geschichte der Konflikte zwischen der SED und seiner repräsentativsten Künstlervereinigung. Die Geschichte der Ostberliner Akademie der Künste (1950-1993) ist von der Auseinandersetzung zwischen Geist und Macht gekennzeichnet. Zu den Protagonisten auf Seiten der Akademie gehörten renommierte Schriftsteller, Regisseure, Schauspieler, bildende Künstler und Musiker. Ihnen standen führende Genossen des Partei- und Staatsapparates, vor allem die für den Kulturbereich verantwortlichen Spitzenfunktionäre und einige weniger bekannte Stasi-Mitarbeiter gegenüber. Welche Mitspracherechte räumte das Regime der Akademie ein? Wie nutzte die vereinigte Kunstelite ihre politischen Handlungsspielräume? Matthias Braun untersucht erstmals und umfassend, welche Steuerungsmöglichkeiten die SED und das MfS auf die Akademie der Künste hatte. Inhalt Einleitung Teil I Die Präsidentschaft Arnold Zweig (1950-1953) Die Gründungsphase "In den Fragen der Kunst sind wir nicht einer Meinung mit vielen der Repräsentanten [...] hier in der Akademie" Die Loyalitätsfalle der Remigranten Frühe gesamtdeutsche Irritationen Die Formalismus-Debatte und ihre Auswirkungen an der Akademie "Das Beil von Wandsbek" - Ein Ärgernis für die SED Der "verdiente bürgerliche Demokrat" Arnold Zweig wird durch den Kulturpolitiker Johannes R. Becher abgelöst Teil II Johannes R. Becher Präsident und Minister (1953-1956) Die Akademie im Frühjahr 1953 Der 17. Juni 1953 Der "Herr Minister" als Präsident Teil III Der Multifunktionär Becher wird durch den proletarischen Maler Otto Nagel ersetzt (1956) Aufbegehren und Anpassung nach dem XX. Parteitag der KPdSU Die Kumpel greifen zur Feder und was macht die Akademie? Der IM "soll in erster Linie dazu verwendet werden, eine Analysierung der Arbeit der Akademie durchzuführen". Teil IV Auf dem Weg zu einer sozialistischen Akademie - Otto Nagels Zweite Amtszeit (1959-1962) "Wir haben uns entschieden, für das Vorwärts und den Frieden" Mauerbau - Kulturpolitik - Verhalten der Akademie "Diskussion - Resolution - Aktion" Teil V Ein erneutes Revirement - Otto Nagel wird durch Willi Bredel ersetzt (1962-1964) "Vom Ministerrat wurde die Neuwahl des Präsidiums beschlossen" Der Fall Huchel - Ein Stellvertreterkonflikt Das Missvergnügen "Junge Lyrik" (1962) "In der Akademie der Künste geht es zu wie im englischen Oberhaus" - Politbüroschelte auf dem VI. SED-Parteitag 1963 Teil VI Die lange Präsidentschaft Konrad Wolfs (1965-1982) 1. Vom 11. Plenum bis zur Niederschlagung des Prager Frühlings Nach dem Frosteinbruch bleibt nur die Hoffnung auf das nächste Tauwetter Die Akademie im Prager Frühling 2. Auf der Suche nach dem geeigneten Platz im entwickelten gesellschaftlichen System des Sozialismus - Das Wahlplenum 1969 Der schwelende Fall Peter Huchel 3. Die Akademie nach dem VIII: SED-Parteitag "Aus sozialistischem Bewusstsein entstehend, sozialistisches Bewusstsein erzeugend" "Ein politisch zuverlässiger Genosse" gehört an die Spitze der Akademie Wolf Biermann und die Folgen Wie man von Spannungen "wegredet" Der Generalsekretär als Gast des Präsidenten Der Fall Dieter Heinze 4. Das "Gestocktsein" in den langen 1970er Jahren. - Konrad Wolfs vierte Amtszeit (1978-1982) Das Wahlplenum 1978 Das MfS vor Ort Ein Dichter sorgt sich um die Literatur seines Landes Eine Anthologie junger Dichter als Politkum Stephan Hermlins Traum - Die Berliner Begegnung zur Friedensförderung im Dezember 1981 Teil VII Der Brecht-Schüler Manfred Wekwerth führt die Akademie durch die 1980er Jahre 1. "In der Vertiefung des sozialistischen Ideengehaltes der Künste liegt ein weites und unerschöpfliches Betätigungsfeld" (1982-1986) Auf der Suche nach einem neuen Vermittler "Einige Dinge müssen noch in Übereinstimmung gebracht werden" - Die Zuwahlen 1983 Fassadenpolitik - Der Festakt zum 35. Jahrestag der Gründung der Akademie der Künste (März 1985) 2. Im Schatten von "Glasnost" und "Perestroika" (1986-1990) Die Informationsberichte der Akademieleitung an das ZK der SED Kostspielige Reparaturarbeiten Das Jahr 1988 - Krisenmanagement an Stelle dauerhafter Kurskorrekturen Späte Streiflichter Teil VIII Heiner Müller - Der "Abwicklungspräsident" (1990-1993) Literaturverzeichnis Personenregister Dan ksagung Dr. Matthias Braun ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung der BStU.

 

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Contents

Einleitung
9
Die Präsidentschaft Arnold Zweig 19501953
25
Johannes R Becher Präsident und Minister 19531956
67
Auf den Multifunktionär Becher folgt der proletarische Maler
91
Aufbegehren und Anpassung nach dem XX Parteitag
97
Die Kumpel greifen zur Feder und was macht die Akademie?
110
Auf dem Weg zu einer sozialistischen Akademie Otto
119
Mauerbau Kulturpolitik Verhalten der Akademie
132
Das Missvergnügen Junge Lyrik 1962
159
In der Akademie der Künste geht es zu wie im englischen
173
Die lange Präsidentschaft Konrad Wolfs 19651982
183
Der BrechtSchüler Manfred Wekwerth führt die Akademie
373
Heiner Müller Der Abwicklungspräsident 19901993
431
Danksagung
437
Bildnachweis
443
Personenregister
454

Diskussion Resolution Aktion
139
Vom Ministerrat wurde die Neuwahl des Präsidiums
152
Angaben zum Autor
464
Copyright

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