Kulturtransfer in der frühen Neuzeit: die Vorworte der Lyoner Drucke des 16. Jahrhunderts

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Mohr Siebeck, 1999 - Religion - 318 pages
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English summary: Sabine Vogel studies the Renaissance as a process of mediation in which the previous knowledge and the intentions of the recipients affected the prevailing conception of antiquity. Using random samples from the books produced in Lyons, she analyzes those aspects of humanistic thought and of the legacy of antiquity which the Lyons publishers offered their customers in compilations, textbooks and reference books. The author shows that apart from the professional scholars there was a French readership with its own intellectual image. This readership was so well-established that it had been given its own name: bons esprits. The publishers of Lyons produced compendia in French which contained a very reduced form of humanistic scholarship supplemented by medieval and contemporary knowledge for these readers. German description: Die Rezeption antiken Gedankenguts ist bislang in wissenschaftsgeschichtlichen Untersuchungen einzelner Disziplinen behandelt worden. Sabine Vogel fasst unter der ubergreifenden Fragestellung des Kulturtransfers die Einzelentwicklungen zusammen und zeigt Parallelen der wissenschaftlichen Methoden in den unterschiedlichen Disziplinen. Den Schwerpunkt ihrer Untersuchung bildet die Renaissance als Vermittlungsprozess, innerhalb dessen die Vorkenntnisse und Absichten der Rezipienten Auswirkungen auf das jeweilige Bild der Antike hatten. Sie zeigt, dass sich dieses selbst innerhalb der res publica literarum unterschied. Zwar stimmten die humanistischen Gelehrten des 16. Jahrhunderts in der Ansicht uberein, dass sich Bildung, Tugend und Eloquenz zu den studia humanitatis verbinden. Je nachdem, ob ein Gelehrter aus Deutschland, Italien oder Frankreich stammte, stellte er jedoch einen der drei Aspekte in den Vordergrund. Anhand einer Stichprobe aus der Lyoner Buchproduktion arbeitet Sabine Vogel heraus, welche Aspekte des humanistischen Gedankenguts und des antiken Erbes die Lyoner Verleger ihrerseits ihren Kunden in Editionen, Kompilationen, Schul- und Fachbuchern anboten. Dabei zeigt sich, dass es jenseits der professionellen Gelehrten ein franzosisches Lesepublikum mit einem eigenen intellektuellen Profil gab. Diese Leserschicht war derart etabliert, dass sie eine eigene Bezeichnung hatte: bons esprits . Fur dieses Publikum brachten die Lyoner Verleger Kompendien in franzosischer Sprache heraus, welche eine sehr reduzierte Form humanistischer Gelehrsamkeit enthielten, die um mittelalterliche und zeitgenossische Erkenntnisse erganzt wurde.
 

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Contents

Einleitung l
6
Der gelehrte Leser
21
Mäzene und Verleger
37
Buchproduktion und Buchhandel in Lyon
52
Doctrina Gelehrsamkeit
65
Schulbücher
77
Kompendien
94
Virtus Tugend
128
juristische Literatur
155
Eloquentia Beredsamkeit
184
Übersetzungen
208
Der gebildete Leser
230
französische Sammelwerke
251
Zusammenfassung
270
Register
313
Copyright

Common terms and phrases

References to this book

About the author (1999)

Sabine Vogel, Geboren 1963; Studium der Geschichte, Romanistik und Philosophie in Freiburg/Br., Berlin und Lyon; 1996 Promotion; 1997 wiss. Mitarbeiterin des Einstein Forums, Potsdam; seit 1998 wiss. Mitarbeiterin des Deutschen Historischen Museums, Berlin.

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