L'Adultera

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GRIN Verlag, 2009 - 144 pages
1 Review
Klassiker aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Erstes Kapitel*** Kommerzienrat van der Straaten*** Der Kommerzienrat van der Straaten, Grosse Petristrasse 4, war einer der vollgiltigsten Finanziers der Hauptstadt, eine Tatsache, die dadurch wenig alteriert wurde, dass er mehr eines geschaftlichen als eines personlichen Ansehens genoss. An der Borse galt er bedingungslos, in der Gesellschaft nur bedingungsweise. Es hatte dies, wenn man herumhorchte, seinen Grund zu sehr wesentlichem Teile darin, dass er zuwenig draussen gewesen war und die Gelegenheit versaumt hatte, sich einen allgemein giltigen Weltschliff oder auch nur die seiner Lebensstellung entsprechenden Alluren anzueignen. Einige neuerdings erst unternommene Reisen nach Paris und Italien, die ubrigens niemals uber ein paar Wochen hinaus ausgedehnt worden waren, hatten an diesem Tatbestande nichts Erhebliches andern konnen und ihm jedenfalls ebenso seinen spezifisch lokalen Stempel wie seine Vorliebe fur drastische Spruchworter und heimische geflugelte Worte von der derberen Observanz gelassen. Er pflegte, um ihn selber mit einer seiner Lieblingswendungen einzufuhren, aus seinem Herzen keine Mordergrube zu machen und hatte sich, als reicher Leute Kind, von Jugend auf daran gewohnt, alles zu tun und zu sagen, was zu tun und zu sagen er lustig war. Er hasste zweierlei: sich zu genieren und sich zu andern. Nicht als ob er sich in der Theorie fur besserungsunbedurftig gehalten hatte, keineswegs, er bestritt nur in der Praxis eine besondere Benotigung dazu. Die meisten Menschen, so hiess es dann wohl in seinen jederzeit gern gegebenen Auseinandersetzungen, seien einfach erbarmlich und so grundschlecht, dass er, verglichen mit ihnen, an einer wahren Engelgrenze stehe. Er sahe mithin nicht ein, warum er an sich arbeiten und sich Unbequemlichkeiten machen solle. Zudem konne man jeden Tag an jedem beliebigen Konventikler oder Predigtamtskandidate
 

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Contents

Löbbekes Kaffeehaus
54
Zehntes Kapitel 62 Wohin treiben wir? 62 Elftes Kapitel 66 Zum Minister 66 Zwölftes Kapitel 73 Unter Palmen 73 Dreizehntes Kapitel 81 Weihnach...
94
Siebzehntes Kapitel 101 Della Salute 101 Achtzehntes Kapitel 107 Wieder daheim
107
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About the author (2009)

Fontane was born in Neuruppin, thirty miles northwest of Berlin. Although he received recognition relatively late in life, he is now thought of as the greatest German novelist between Goethe and Thomas Mann.

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