Macht, Schein und Legitimität - Das Politische in Schillers Drama Maria Stuart

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GRIN Verlag, Nov 2, 2006 - Literary Criticism - 35 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Germanistisches Institut), Veranstaltung: Hauptseminar "Schillers späte Dramen", 25 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Drama Maria Stuart hat in der Geschichte seines Bestehens schon viele Deutungen erfahren. Es wird der religiöse Horizont hervorgehoben, die Historizität des Stoffes, oder der Fokus wird auf den Aspekt der Frauenrolle gerichtet. Oft dient das Drama als Charakterstudie, viel zitiert wird Marias Übergang zur „erhabenen, schönen Seele“. Viele Deutungen des Dramas schieben den politischen Gesichtspunkt beiseite oder erwähnen ihn nur am Rande. Doch das Politische ist in Maria Stuart auf jeder Seite zugegen. Die Handlung des Dramas findet in einer politisch hochbrisanten Zeit statt, nämlich der Elisabethanischen Ära. Die agierenden Persönlichkeiten sind Königinnen und Staatsmänner; außen- und innenpolitische Themen, Fragen nach der Legitimität und Konfessionsstreitigkeiten bestimmen ihre Handlungen. Diese Aspekte in einer Deutung hervorzuheben, ist daher legitim. Schiller hat für sein Drama die Geschichte Englands genau studiert. Sein Interesse für das Schicksal der schottischen Königin war schon lange vor der Entstehung des Stückes geweckt. Bereits im März 1783 schreibt er in einem Brief an Wilhelm Friedrich Hermann Reinwald: „Ich hab ihm [dem Leipziger Verleger Weyland] die Prosaische Erzählung abgesagt, dafür aber meine Maria Stuart versprochen. [...] Zu meiner Maria Stuart liebster Freund schiken Sie mir doch auch jezt Geschichten.“ Seine Quellen sind u. a. William Camdens Annales rerum anglicarum et hibernicarum regnante Elisabehta und Robertsons Geschichte von Schottland. Die politischen Zustände der Zeit waren ihm also vertraut und er hat sie im Drama auf explizite Weise wiedergegeben. Doch tritt hinter der reinen Genauigkeit, der unmittelbaren Darstellung der Gegebenheiten oftmals eine Kritik hervor, die sich durchaus auf das 18. Jahrhundert übertragen lassen kann. Je genauer man das Drama auf den politischen Aspekt hin untersucht, desto mehr stellt sich die Frage, inwieweit Schiller diesen zur (versteckten) Kritik an seinem Zeitalter werden lässt. Augenscheinlich wird bei der Bearbeitung auch, dass der Dichter in seinem Drama seine ästhetisch- theoretischen Schriften verarbeitet. Die Auffassung, dass nur derjenige moralisch gut ist, der selbstbestimmt handelt und zu seinen Taten mit allen Konsequenzen steht, wird überdeutlich.
 

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