Magazin der Spanischen und Portugiesischen literatur;

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Carl Ludolf Hoffmann, 1780 - Spanish literature
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Page iii - Wir Teutschen waren von je her, und seitdem unsre Väter die Künste und sanfteren Musen aufnahmen, die Bienen fremder Literaturen. Keine Nation lernte allgemeiner und lieber die Sprachen aller ändern, und durchsuchte ihre gelehrten Schätze so gern als wir. Nicht einheimische Armuth, nein Wißbegierde und unser geschäftiger Nationalgeist war die Triebfeder davon.1 So der spätere Arbeitgeber von Christiane Vulpius.
Page vi - Meist schadet man seinem Schriftsteller mit zu großer Genauigkeit, und würkt nichts als Trockenheit und Langeweile. Umarbeiten muß man ihn freylich ' nicht ganz; aber ihn, ohne Schaden seiner Originalität. dem Geschmacke der Nation angenehm machen, Vas heißt, für seinen Ruhm sorgen.
Page v - Bloßes Sagen und Empfehlen hilft nichts ; das Publikum antwortet am Ende immer: zeige uns Werke, und wir wollen dir glauben. Dieze hat in seiner Ausgabe des Velazquez die Spanische und Portugiesische Literatur an hundert Stellen mit möglichster Warme empsoUen; aber zehn Jahr sind's schon, und das Wort hat bey sehr Wenigen Frucht gebracht.
Page iv - Sudeley hinbringen können, wird diesem Unwesen schwerlich zu steuern seyn. Die Spanische Literatur, die zu unsers Opitzens Zeiten in Teutschland so geehrt und benutzt wurde , die so mancher gute franzosische Schriftsteller heimlich plünderte, und die nebst der Portugiesischen fast in allen Fachern der Wissenschaften so reiche Schatze hat, ist uns so fremd, so unbekannt, daß wir sogar Borurtheile dawider haben.
Page 109 - Ober-Aelteste, hervortrat, für alle das Wort zu führen, befahl man ihm noch einmal den Versuch zu machen, zur Hölle zu wandern und wieder zu kommen, und die Andern sollten ihn begleiten. . Hinter ihnen kam ein Geizhals an die Thür, und wurde gefragt, was er wollte? Sie sagten ihm zugleich , die zehn Gebote bewachten diese Thüre vor jedem, der sie nicht gehalten hätte. Er erwiederte: was das anbeträfe, Sachen zubehalten, darinnen könnte er unmöglich gesündiget haben.
Page 349 - Muthwillcn und Jucken sich an Andern zu reiben» Er that sicher keinem wehe, der ihn nicht zuerst angefallen hatte. Gegen die Armen war er so außerordentlich mild und wohlthätig, daß er in seinem Alter fast sein ganzes Vermögen an sie wandte, und man nach seinem Todte, ob er gleich ein so vermögender Mann gewesen war, kaum für 6QQO Dukaten an Wcrthe bey ihm fand. Lope starb den 2 ? August ,635, in seinem ?7?sien Ial're. Wie sehr er von einer großen Menge Menschen aller Stände geliebt wurde,...
Page 341 - Er gicng nie etwas wieder durch ; strich nie aus ; wozu er auch selten Zeit hatte: denn seine dramatischen Werke, an denen er nie über drey Tage, oft auch nur einen einzigen arbeitete, rissen ihm die Schauspieler immer noch naß aus den Händen, und gaben ihm, gleich unbesehen, die für jedes Stück von ihm ein für allemal accordirte Summe.
Page 342 - Theater, darin« man zugleich lacht und weint ; er durchbricht alle Gesetze, Einheiten, Wahrscheinlichkeit, Wohlstand und gute Sitten; verderbt unser Theater und Geschmack in Grund; bringt Könige in die Comödie und Bauern ins Trauerspiel; kurz, ist regellos; hinweg, hinweg mit ihm! kreuzige! kreuzige! > ) Beyde Theile hatten Unrecht, und lhaten der Sache viel zuviel, wies bey Schwärmerey prc
Page 342 - Nach« nhmer ; und die andere , scheelsichtiger Dichterlinge und pedantischer Kritikaster, die auf ihren Aristoteles und die drey Einheiten wie auf den christlichen Glauben geschworen hatten; überhaupt der gewöhnliche Haufe Malcontenten ; unter welchem zwar auch einige gute Dichter waren, die durch Lope's Berühmtheit in Schatten gesetzt wurden , sich aber immer edel dabey benahmen. Jene Parthey vergötterte ihn unsinnig, und schrie: Hope ist ein Halbgott ; alles was er...
Page 345 - diese erhabene und hochberühmte Akademie vereint, befehlen mir eine Comödien »Kunst nach „Volks -Geschmack zu schreiben. Das Ding „sieht leicht aus, und war's auch wirklich für „jeden von Euch Herren, der minder Comödien „selbst geschrieben hat, aber desto mehr von der „Kunst, wie man sie schreiben soll, versteht. „Aber mir ists nicht so; mir schadet, daß ich „schon welche ohne die Kunst geschrieben habe. „Nicht daß ich die Regeln nicht verstünde. Nein/ „schon da ich noch...

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