"Magie des Zerfalls" - Der geopoetische Kosmos des Andrzej Stasiuk

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GRIN Verlag, 2009 - 104 pages
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Magisterarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Russistik / Slavistik, Note: 1,3, Humboldt-Universitat zu Berlin (Institut fur Slawistik), 77 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Zuge der vielfaltigen Globalisierungsdiskurse der 90er Jahre ist die Kategorie des Raumes auch in den Literaturwissenschaften wieder in den Blickpunkt des Interesses geruckt. Die seit Lessing postulierte These von der Literatur als zeitlicher Kunstform musste angesichts der immer zahlreicher erscheinenden Erzahlwerke, die einen starken raumlichen Bezug aufweisen, allmahlich redigiert werden. V.a. unter ostmitteleuropaischen Schriftstellern und Intellektuellen wurde nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die eng mit der eigenen Biografie verknupfte Geografie zum Gegenstand verschiedener Prosawerke. Die vorliegende Arbeit beschaftigt sich unter diesem Aspekt mit dem Werk des polnischen Schriftstellers Andrzej Stasiuk, der in seinen 2004 erschienenen Reisefragmenten mit dem Titel Jad c do Babadag (Unterwegs nach Babadag) nicht nur strukturell die Tendenzen der modernen polnischen Prosa aufgegriffen hat, sondern im Sinne des so genannten Topographical Turn den Raum selbst zum Erzahlobjekt stilisiert. Die Einheit des durch Mental Mapping erschlossenen Raumes wird durch den Erzahler narrativ konstruiert. Dies geschieht durch den Verweis auf mentale, kulturelle, geografische und historische Gemeinsamkeiten, die sich in der Raumkonzeption des Werkes zu einem symbolisch-erlebbaren, geografisch motivierten Geflecht verdichten, das verschiedene Aquivalenzen zu dem durch Ernst Cassirer beschriebenen mythischen Raum aufweist. Die in der literaturwissenschaftlichen Forschung haufig evozierte Trennung zwischen bedeutungslosem faktischem Lokal und bedeutungstragendem Raum ist fur Jad c do Babadag nicht zu vollziehen. Die Geografie dient vielmehr als Nahtpunkt zwischen faktischer Welt, Fiktion, Erinnerung und Traum. Die mimetische Intention besteht nicht in der Nachahmung einer zusa"
 

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JAD C DO BABADAG DER GEOPOETISCHE KOSMOS
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