Martin Luthers problematische Rolle in der Sprachgeschichte

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GRIN Verlag, 2008 - 76 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Deutsch - Padagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft, Note: 2,0, Universitat Regensburg, 21 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Bei der Betrachtung von Dokumenten des 16. Jahrhunderts sticht die Willkur der Schriftsetzung ins Auge, sodass von einer sprachlichen Einheitlichkeit in der Zeit Luthers nicht die Rede sein kann. Luther war, wie von Jakob Grimm angenommen, nicht der Erfinder" der neuhochdeutschen Sprache. Ebenso ist Friedrich Kluges Aussage Luthers Sprache sei seit 1580 zur Norm fur unser Schriftdeutsch geworden" unhaltbar. Mit welcher Berechtigung kommen dann Aussagen wie die von Grimm und Kluge zustande? Tatsache ist, dass die Wirkung der Schriften Luthers in dessen Zeit, vor allem die Bibelubersetzung, immens war. Luthers Bibelubersetzung uberwand erstmals die damals herrschende sprachliche Uneinheitlichkeit im deutschen Sprachraum durch die Anfertigung einer fur alle Sprachregionen befriedigenden deutschen Ubersetzung. Mit Hilfe der Erfindung des Buchdruckes wurde Luthers Ubersetzung im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet. Infolgedessen wurde die Ubersetzung der Bibel von mehr Menschen rezipiert als jedes andere Schriftwerk zuvor. Vor Luther gab es bereits 14 hochdeutsche und vier niederdeutsche gedruckte Bibelausgaben. Als Vorlage dienten vor allem die griechische Septuaginta und die lateinische Vulgata. Luther hingegen ubersetzte die hebraischen und griechischen Urtexte und verwendete fur seine Bibelubersetzung das ostmitteldeutsche Idiom seiner Heimat, in dem nord- und suddeutsche Dialekte verschmolzen waren. Zwischen 1534 und 1626 wurden allein in Wittenberg knapp einhundert Bibelausgaben hergestellt, die insgesamt circa 200000 Exemplare umfassten. Wenn Luther auch nicht der Erfinder" der neuhochdeutschen Sprache war, so uberdauerte sein Schaffen doch Hunderte von Jahren.

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