Massenpsychologie und Ich-Analyse mit einer kritischen Betrachtung nach Theodor W. Adorno: Die Freudsche Theorie und die Struktur der faschistischen Propaganda

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GRIN Verlag, 2007 - 52 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Psychologie - Sozialpsychologie, Note: sehr gut, Gottfried Wilhelm Leibniz Universitat Hannover (Psychologisches Institut), Veranstaltung: Freuds Massenpsychologie als psychoanalytische Sozialpsychologie, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Literatur: Freud, Sigmund: Massenpsychologie und Ich-Analyse - Die Zukunft einer Illusion, 5. unveranderte Auflage, Frankfurt am Main (2000) / Adorno, Theodor W.: Die Freudsche Theorie und die Struktur der faschistischen Propaganda, in: Psyche, Jahrgang 32, Heft 7 (1970), Abstract: Die Erschutterung des ersten Weltkriegs und die dadurch beschleunigten politischen Umbruche in Europa entfachten das Nachdenken Sigmund Freuds uber gesellschaftliche Phanomene erneut. In seiner umfangreichen Studie aus dem Jahre 1921 (, Massenpsychologie und Ich-Analyse") wendet Freud sein individualpsychologisches Wissen auf Kollektiverscheinungen an und bietet eine Erklarung der Massenphanomene. Er bezieht sich auf seine Vorganger G. Le Bon, S. Sighele, McDougall, W. Trotter u.a.. Alle diese Autoren beschrieben Massen als Zusammenrottung von Menschen, wobei meistens das intellektuelle Niveau der Massenmitglieder absinkt, aber ihr affektives Potential verstarkt wird. Aufbauend auf die Struktur des Ausgangswerkes versucht die vorliegende Arbeit einige Kernansatze Freuds heraus zu arbeiten. Gerade im 20. Jahrhundert waren Massenphanomene in der Politik von grosstmoglicher Wirkung. Unter diesem Gesichtspunkt schliesst diese Arbeit mit einer kritischen Betrachtung nach Adorno. Die strikte Trennbarkeit, Unterschiedlichkeit bis hin zur Unabhangigkeit die sich zwischen Individual- und Massenpsychologie vordergrundig aufdrangt, erweist sich beim "Blick hinter die Fassaden" schnell als nicht haltbar. Individualpsychologie- sicherlich diese Richtung der Psychologie beschaftigt sich mit dem Individuum, dem Einzelnen und seiner Einzigartigkeit, dieses lasst sich schon am Begriff festmachen. Doch der Kern der Wissensch"
 

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Page 5 - Wir heißen so die als quantitative Größe betrachtete — wenn auch derzeit nicht meßbare — Energie solcher Triebe, welche mit all dem zu tun haben, was man als Liebe zusammenfassen kann.
Page 13 - Das soziale Gefühl ruht also auf der Umwendung eines erst feindseligen Gefühls in eine positiv betonte Bindung von der Natur einer Identifizierung. Soweit wir den Hergang bis jetzt durchschauen können, scheint sich diese Umwendung unter dem Einfluß einer gemeinsamen zärtlichen Bindung an eine außer der Masse stehende Person zu vollziehen.
Page 15 - Den gemeinsamen Nenner der Psychosen sieht die psychoanalytische Theorie im Grunde in einer primären Störung der libidinösen Beziehung zur Realität, so daß die meisten manifesten Symptome (vor allem die Wahnkonstruktion) sekundäre Restaurationsversuche der Objektbeziehung darstellen" (Laplanche/Pontalis 1973,413).
Page 2 - In Anlehnung an die Sage von Narcissus: die Liebe, die man dem Bild von sich selbst entgegenbringt.
Page 2 - An einer psychologischen Masse ist das Sonderbarste dies: welcher Art auch die sie zusammensetzenden Individuen sein mögen, wie ähnlich oder unähnlich ihre Lebensweise, Beschäftigung, ihr Charakter oder ihre Intelligenz ist, durch den bloßen Umstand ihrer Umformung zur Masse besitzen sie eine Kollektivseele, vermöge deren sie in ganz anderer Weise fühlen, denken und handeln, als jedes von ihnen für sich fühlen, denken und handeln würde.
Page 8 - ... gleichförmig, dulden sie die Eigenart des anderen, stellen sich ihm gleich und verspüren kein Gefühl der Abstoßung gegen ihn. Eine solche Einschränkung des Narzißmus kann nach unseren theoretischen Anschauungen nur durch ein Moment erzeugt werden, durch libidinöse Bindung an andere Personen. Die Selbstliebe findet nur an der Fremdliebe, Liebe zu Objekten, eine Schranke.

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