Max Frisch – Eine Untersuchung zur Existenzphilosophie in seinem Roman „Stiller“

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GRIN Verlag, Jul 29, 2009 - Literary Criticism - 244 pages
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Magisterarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universität Osnabrück, Sprache: Deutsch, Abstract: Max Frisch (1911–1991) – sicherlich einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts – hat Zeit seines Lebens sowohl persönliches als auch gesellschaftliches Engagement gezeigt. Während in seinem literarischen Werk zumeist das Individuum mit seinen subjektiven Problemen im Vordergrund steht, hat er sich gleichzeitig kritisch mit den je aktuellen gesellschaftlichen Themen beschäftigt und Stellung bezogen. Der Roman „Stiller“ (1954) veranschaulicht die für Frisch charakteristische Verschränkung von sozialer und individueller Dimension, denn der persönliche Konflikt des Protagonisten intensiviert sich in der Konfrontation mit seiner Umwelt. Dabei umfasst das Werk inhaltlich eine ganze Bandbreite von Themen, die bis heute nicht an Aktualität eingebüßt haben: die Suche des Einzelnen nach seiner wahren Identität, das Verhältnis zu Anderen, die Rolle des Künstlers, die Stellung des Individuums in Opposition zur Gesellschaft und spezielle Gesellschaftskritik an der Schweiz. Dabei entfalten sich die zentralen Motive in einer äußerlich vermeintlich einfachen Geschichte: Der aus Amerika eingereiste Mr. White wird an der Schweizer Grenze aufgrund des Verdachtes, der verschollene und in einen Spionagefall verwickelte Bildhauer Anatol Stiller zu sein, verhaftet. Bereits mit dem ersten Satz des Romans „Ich bin nicht Stiller“ versucht der Protagonist, die ihm aufgedrängte Identität zu leugnen und gibt in sieben Heften, die er während des Gefängnisaufenthaltes zur Aufdeckung der Wahrheit schreiben soll, einerseits Aufschluss über seine Person und andererseits als distanzierter Protokollant eine Darstellung der Vergangenheit des Gesuchten aus den Perspektiven dreier relevanter Personen, wobei sich allmählich die Gleichheit von Stiller und White offenbart. Hinter dem scheinbar einfachen Kriminalfall – eine bloße Fassade, steckt ein tieferer Sinn, der sich in der Identitätssuche des Individuums nach seinem wahren Ich enthüllt. Mit dem Wissen, dass White und Stiller identisch sind, wird offensichtlich, dass der Protagonist nicht eine physische Verleugnung, sondern die Leugnung der eigenen Vergangenheit als Teil seiner Persönlichkeit zu erzielen versucht. Definiert man die Identitätsproblematik und den damit verbundenen Versuch der Selbstverwirklichung als Hauptthema des Romans, so ist eine deutliche Nähe zur Existenzphilosophie, die die je individuelle Existenz des Menschen und dessen Möglichkeiten zur Verwirklichung derselben fokussiert, zu erkennen.
 

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III
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IV
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VI
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VII
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IX
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X
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XI
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