Max Frischs "Mein Name sei Gantenbein" - Biographie im Spannungsfeld von Wirklichkeit und Vorstellung

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GRIN Verlag, 2007 - 56 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1, Ruprecht-Karls-Universitat Heidelberg (Germanistisches Seminar), Veranstaltung: Proseminar: Max Fisch - Prosatexte, 19 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Einleitung Thematisiert Max Frisch in seinem 1957 erschienenen Roman Homo Faber die nach und nach fortschreitende "Bekehrung" eines rational vereinseitigten Technikers zu einem "Leben," das letztlich Lucken der Unerklarlichkeit zulassen kann, so erfahrt das Sujet des Romans Mein Name sei Gantenbein (1964) eine andere Gewichtung und ubersteigt somit schliesslich auch die im Stiller (1957) enthaltene Geschichte eines an den inneren Dispositionen scheiternden Ausbruchs aus der alten Identitat des Protagonisten. Frisch setzt sich in Mein Name sei Gantenbein vermutlich starker und deutlicher als zuvor mit dem Problem der Identitatsfindung auseinander. Indem das lyrische Ich verschiedene Situationen als einer der drei im Roman enthaltenen Protagonisten in seiner Vorstellung "durchlebt," sucht es nach seiner eigenen Identitat. Sowohl im Stiller, als auch im Homo Faber wendet sich Frisch im Gantenbein-Roman gegen die Verwendung einer auktorialen Erzahlperspektive zugunsten einer Perspektive, die die von Frisch in seinen Werken implizierte Skepsis gegenuber dem Anspruch, "wahre" Geschichten zu erzahlen, unterstreicht. Sowohl die Tagebuchaufzeichnungen des Anatol Ludwig Stiller als auch der vorgeblich sachliche "Bericht" des Walter Faber transportieren lediglich eine subjektive "Wahrheit" und sind zum Teil von bewussten oder unbewussten Tauschungsabsichten diktiert. Dieses Misstrauen in die Moglichkeit wahrhaftigen Erzahlens fuhrt in Mein Name sei Gantenbein dazu, dass auf ein in den beiden fruheren Romanen zumindest im Hintergrund sichtbar bleibendes Daten- und Faktengerust vollstandig verzichtet wird. Zum einen erlangt die Erzahlung durch die vom lyrischen Ich entworfene Fiktion eine neue Dimension, zu"

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