Medea und Kriemhild - zwei Rachegöttinnen

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GRIN Verlag, Nov 14, 2007 - Literary Criticism - 16 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: 1,3, Ruhr-Universität Bochum, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Als sich Euripides im 5. Jh.v.Chr. der Medea annahm, hatte sie bereits eine lange Sagentradition. Dennoch gab es keine einheitliche umfassende Version der Legende um das Liebespaar Medea und Jason, es gab lediglich unterschiedliche, sich zum Teil widersprechende Episoden. Doch genau dies machte Euripides zum Thema seiner Tragödie und verschmolz die vielen unterschiedlichen Teile nun zu einer einheitlichen Sage. Die Medea wurde an den Dionysien des Jahres 431 uraufgeführt und Euripides war damit erst der Dritte, nach Euphorion und Sophokles. So war ihm ein großer Erfolg eigentlich nicht beschieden, doch Euripides hatte etwas vermeintlich1 Neues in seinem Stück: Die Rachegöttin Medea, die sogar vor ihren eigenen Kindern keinen Halt macht. Doch ich möchte nicht zu weit vorweg greifen. Euripides Medea setzt ein, als die Geschichte um Jason und Medea gerade eine dramatische Wendung nimmt. Die beiden mussten aus Jolkos, wo sie den herrschenden König Pelias ermordeten, nach Korinth fliehen. Trotz der zwei gemeinsamen Kinder und den vielen Gefahren die sie gemeinsam überstanden haben, wendet sich Jason von Medea ab, verstößt sie und möchte die Tochter des Königs Kreon heiraten. Tief erschüttert durch die Wendung in ihrem Leben rächt sich Medea aufs schrecklichste. „Von Liebe, Liebesleid, von Rache, Verwandtenmord und Kindestötung war in der Medea Tragödie die Rede. Da drängt sich ein Vergleich mit der Kriemhild“ des „Nibelungenliedes geradezu auf, denn all das spielt ja auch in ihrer Lebensgeschichte eine Rolle“2 Das Nibelungenlied ist das wahrscheinlich bedeutendste mittelalterliche Werk der deutschen Heldendichtung. Entstanden ist es zwischen 1180 und 1210, in der Blütezeit der mittelhochdeutschen Literatur. Eine herausragende Stellung nimmt in ihm die Figur der Kriemhild ein. 1 Ob wirklich Euripides oder nicht vielmehr der griechische Dramatiker Neophron der erste war, der dieses Motiv verwendet hat ist nicht sicher, dennoch war vor allem die gelungene Motivierung des Mordes Euripides hervorragende Leistung. 2 Martin, Erwin: Kriemhild und Medea. Rückfall ins Barbarische. In: http://www.nibelungenliedgesellschaft. de/03_beitrag/martin/fs06_mart.html (Screenshot: 10.10.2006).
 

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