Nachträge zu Sulzers allgemeiner Theorie der schönen Künste: Charaktere der vornehmsten Dichter aller Nationen ; von einer Gesellschaft von Gelehrten, Volume 6

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Page 57 - Schi. kane solcher Kunsirichter, die zwar den Thieren, aber nicht den Bäumen das Recht in der Fabel zu reden zugestanden, war freylich kaum eines Seitenblickes werth ; aber, wenn man einmal Notiz von so etwas nimmt, sollte man nichts treffenderes darauf zu antworten wissen ? «Wer daran Anstoß nimmt, daß hier nicht bloß Thiere, sondern auch Baume reden, der erinnere sich, daß alles nur scherzhafte Crdich. tung sey.
Page 420 - Nun höre noch, warum ich nicht mit dir aus gleichem Tone sing'. Ich weiß die Zeit so gut wie du, da leichte dünne Röcke und eingesalbte Locken mir noch ziemten ; die guten Tage, da ich unentgeltlich der räuberischen Cinara...
Page 174 - Und darf ein frecher Kiel sich dieses unterfangen, daß er die ganze Zier, die an der Liebsten scheint, in so ein enges Tun zu zeichnen ab vermeint? Wahr ist es, dieses Haar, die Stirne, diese Wangen 5 sind denen ähnlich ganz , die au derselben prangen. Die Augen seh' ich da, um die ich oft geweint, und diß hier ist der Mund, der meinen nennet Freund.
Page 43 - Aehnliche Versuche sind oft , sind zu allen Zeiten gemacht worden. Wem ist nicht das eine oder das andere Beyspiel bekannt? Etwas außerordentliches wäre also dieses Unternehmen in der That nicht. Und doch ist es in diesem Falle nichts weniger als wahrscheinlich. Denn so geschickt der Betrug auf der einen Seite angelegt wäre, so ungeschickt und gedankenlos müßte sich der Urheber desselben auf der andern Seite bloßgegeben haben. .!<,;. ,' >>, !. . , ü, >.-,:''. ., .'".. :.:.. ^) Go meynt Christ...
Page 175 - Gönn' unsrer Frölichkeit ein nicht zu kurzes Licht. Diß bitten neben mir, o Sonne, so viel Sonnen. 47. An den Westwind, daß er sie zu ihm bringe. Fleuch, feuchter Zefyr, aus, fleuch, wie nach deiner Floren du itzt noch pflegst zu tun , such meinen Aufenthalt, ob er bei deinem ist, durch diesen Tannenwald. Such! wie du deine hast, so hab ich sie verloren. r. Such sie und sag...
Page 49 - Mehrere sind vor nicht langer Zeit zuerst be. kannt gemacht worden; andere dürften künftig ein« mal an das Licht gezogen werden. Aus diesem verlohrenen oder verborgenen Schatze sind gewiß vie. le Fabeln unsers Dichters entlehnt. ' Aber doch nicht alle. P h ä drus versichert so oft und so ernstlich, daß er den Erfindungen A e.
Page 41 - Ruhm dem gros« fern , die Ehre ^einer trivialen Wahrnehmung der Ehre der Erfindung aufopfern, vorzüglich wenn — wie es hier der Fall ist — jene die Wahr« heit auf seiner Seite hat, diese nur durch eine Un» Wahrheit erbeutet werden kann?
Page 50 - Erfinder seyn, und in mehr als in Einem Sinne. Er ist es, wenn er einzelne Umstände verändert, wenn er der Handlung eine andere Richtung gibt, wenn er dem vorgefundenen Stoffe mehr innere Festigkeit, •wenn er ihm eine geistreichere, interessantere Moral leiht. Er ist es aber in einem noch höhern...
Page 426 - Wir sind uns selbst und alles Unsrige dem Tode schuldig. Laß dort einen mit dem Meer verbundnen Landsee seinen weiten Busen öffnen, um ganze Flotten vor den Aquilonen zu schirmen, traun! ein königliches Werk! Laß jenen schon so lang...
Page 63 - Wesen so menschenähnlich handeln? daß sie sich herausnehmen, dem Herrn der Schöpfung ähnlich seyn zu wollen ? Vielleicht. Aber dieß ist ganz und gar nicht der Gesichtspunkt, in welcher ein Dichter stehen sollte, der die äsopische Fabel mit Erfolg bearbeiten will. Ueber den Einfluß, den diese unrichtige Anstcht auf die poetische Behandlung der Fabel beym Phä» drus gehabt habe, will ich weiter unten sprechen. Auch die Wahl des Stoffes scheint sie bisweilen be« »») duplex libelll lio5 est:...

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