Neue Sachlichkeit im Volksstück "Nebeneinander" von Georg Kaiser

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GRIN Verlag, 2007 - 28 pages
Studienarbeit aus dem Jahr 1998 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: gut, Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Neuere deutsche Literatur), Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit befasst sich mit dem Volksstück "Nebeneinander" von Georg Kaiser. Das Volksstück entstand 1923. Für die Arbeit wurde "Nebeneinander" der sechsbändigen Sammlung von Kaisers Werken, herausgegeben von Walther Huder (1971), entnommen. Kaiser gilt als Schriftsteller des Expressionismus, obwohl seine Werke nur zu einem Drittel expressionistisch sind. Den Utopien der Expressionisten wurde ab etwa 1920 zunehmend die "objektive" Wirklichkeit, ein sachlicher, um Exaktheit bemühter Stil entgegengesetzt. Das Volksstück "Nebeneinander" gehört zur "Neuen Sachlichkeit." Während die Betrachtungsweise der Wirklichkeit vom Autor eine sachliche ist, enthält jedoch die Figur des Pfandleihers expressionistische Züge. Im Volksstück prallen expressionistisch und sachlich veranlagte Figuren aufeinander. Am Ende unterliegen die beiden dem Expressionismus zugewandten Personen. Im ersten Kapitel wird die besondere Gliederung des Stücks in Bezug auf Szenenfolge und Personen dargestellt. Kapitel zwei schildert zuerst die inhaltlichen Eigenheiten anhand der drei wichtigsten Figuren in "Nebeneinander" In 2.1. wird der ungewöhnliche und unerwartete Verlauf der Handlung kurz umrissen. Anschließend nimmt das Kapitel 2.2. eine eingehende Betrachtung der Lebenseinstellung von Pfandleiher, Luise und Neumann unter dem Aspekt der Problembewältigung vor. Das Kapitel geht den Fragen nach, welche Vorfälle von welcher Figur überhaupt als schwierig angesehen werden und wo die jeweilige Lebenshaltung die Personen hinführt. Dem gescheiterten expressionistischen Menschen - dem Pfandleiher- wendet sich das dritte Kapitel zu: Wie gestaltet sich das Zusammentreffen mit anderen Menschen seiner Zeit? Die Entscheidung des Pfandleihers, Selbstmord zu begehen, ist ebenso Gegenstand dieses Kapitels wie der v
 

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Page 11 - Den unsichtbaren Gewinn des wunderbarsten Gefühls: für einen fremden Menschen sich auf den Weg gemacht zu haben! - Darin liegt der Sinn und die Vollendung des Abenteuers. Seinen Gegenstand verlöscht es - aber die Woge schäumt silberweiß, die es aufriß. Ich vernahm die Stimme meines Nächsten - vor der sich die andern verschlossen - ich hörte sie!
Page 14 - Borsig. Das hat Ellbogen - dieser Neumann. Wie sich das unter dem Frack spannt - phänomenal. Das ist der Typ, der durchkommt. Wenn wir alle in Dreck und Speck verrecken, pfeift das noch die Wacht am Rhein mit vollen Backen.
Page 11 - Eins stimmte: - man muß schon irrsinnig sein, um für die Qualen andrer Verständnis zu haben. Behüte den Brief! TOCHTER nimmt den Brief. Mit Pfandleiher ab. ERSTER HERR Das grenzte hart an Beleidigung! ZWEITER HERR zum Kommissar. Wenn Zeugen gewünscht sind - ! KOMMISSAR Wir sind hier abgehärtet, meine Herren. Ein dickes Fell brauchen wir von der Polizei! ERSTER HERR Die einzig mögliche...
Page 2 - Mensch zieht sich in seine Wunschwelt zurück oder sucht den Tod, gerade weil er an seiner Umwelt verzweifelt und in ihr nicht mehr leben will.
Page 10 - Spuren des expressionisti= schen "neuen Menschen" . vgl. Eric Albert Fivian: Georg Kaiser und seine Stellung im Expressionismus - München 1946 S. 277 29) Georg Kaiser: Kanzlist Krehler. Tragikomödie in drei Ak= ten - in: G.Kaiser: Gesammelte Werke (Ges.ausg. in Einzel= bänden) Bd.
Page 3 - Den Utopien der Expressionisten wurde zunehmend ab ca. 1920 die "objektive" Wirklichkeit, dem expressionistischen Pathos ein sachlicher, um Exaktheit bemühter Stil entgegengesetzt.'3 Das Volksstück Nebeneinander gehört zur „Neuen Sachlichkeit.

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