Neue gedichte

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Verlags-Magazin, 1877 - German poetry - 291 pages
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Page 210 - Dies Volk, das gegen Blut und Eisen Jungfräulich schüchtern sich geziert, Um schließlich den Erfolg zu preisen, Womit man Straßburg bombardiert. Dies Volk, das im gemeinen Kitzel Der Macht das neue Heil erblickt Und als »Erzieher« seine Spitzel Den unterjochten »Brüdern
Page 133 - Deiner Dränger Schar erblaßt, wenn du, müde deiner Last, in die Ecke lehnst den Pflug, wenn du rufst: es ist genug! Brecht das Doppeljoch entzwei! Brecht die Not der Sklaverei! Brecht die Sklaverei der Not! Brot ist Freiheit, Freiheit Brot!
Page 132 - Menschenbienen, die Natur, Gab sie euch den Honig nur? Seht die Drohnen um euch her! Habt ihr keinen Stachel mehr? Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will.
Page 211 - Schwarz, weiß und rot ! um ein Panier Vereinigt stehen Süd und Norden; Du bist im ruhmgekrönten Morden Das erste Land der Welt geworden: Germania, mir graut vor dir!
Page 231 - Die nüchterne Spree hat sich berauscht Und ihren Verstand verloren ; Andächtig hat dir Berlin gelauscht Mit großen und kleinen Ohren. Viel Gnade gefunden hat dein Spiel Beim gnädigen Landesvater, Nur läßt ihm der Bau des Reichs nicht viel Mehr übrig für dein Theater. Wärst du der lumpigste General, So würd man belohnen dich zeusisch ; Genügen laß dir für dieses Mal Dreihundert Tälerchen preußisch.
Page 209 - Dies Volk, das seine Bäume wieder Bis in den Himmel wachsen sieht, Und auf der Erde platt und bieder Am Knechtschaftskarren weiter zieht; Dies Volk, das auf die Weisheit dessen Vertraut, der Roß und Reiter hält, Und mit Ergebenheitsadressen Frisch, fromm und fröhlich rückt ins Feld; Dies Volk, das gegen Blut und Eisen Jungfräulich schüchtern sich geziert, Um schließlich den Erfolg zu preisen, Womit man Straßburg bombardiert; Dies Volk, das im gemeinen Kitzel Der Macht das neue Heil erblickt...
Page 131 - Bet' und arbeit'! ruft die Welt, Bete kurz! denn Zeit ist Geld. An die Türe pocht die Not Bete kurz! denn Zeit ist Brot. Und du ackerst und du säst, Und du nietest und du nähst, Und du hämmerst und du spinnst Sag, o Volk, was du gewinnst! Wirkst am Webstuhl Tag und Nacht...
Page 132 - Füllst es hoch mit Wein und Korn Doch wo ist dein Mahl bereit? Doch wo ist dein Feierkleid? Doch wo ist dein warmer Herd? Doch wo ist dein scharfes Schwert? Alles ist dein Werk! o sprich, Alles, aber nichts für dich! Und von allem nur allein, Die du schmiedst, die Kette, dein? Kette, die den Leib umstrickt, Die dem Geist die Flügel knickt, Die am Fuß des Kindes schon Klirrt - o Volk, das ist dein Lohn.
Page 248 - Kaum hab' ich noch die Kraft, Zwei Schritte bis zum Grabe hinzugehen. Ein Herr der Welt, und Dein ein zahllos Heer! — Und ich ein kranker Mann, ein Bau in Scherben — Nein! diese Hand bricht keine Kronen mehr; Laß, König, laß mich in der Freiheit sterben!
Page 32 - Im Parla - Parla - Parlament Das Reden nimmt kein End'! Zu Frankfurt an dem Main So schlag' der Teufel drein! Es steht die Welt in Flammen, Sie schwatzen noch zusammen, Wie lange soll das dauern? Dem König Schach, ihr Bauern! Dein Parla - Parla - Parlament, O Volk, mach

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