Nietzsche-Referenzen bei Houellebecq: Adaption, Eklektizismus oder Ironie?

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GRIN Verlag, 2008 - 36 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: 2-3, Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen (Deutsche Philologie), Veranstaltung: Seminar, 15 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Wenn Literatur Philosophen zitiert, konnen verschiedene Absichten dahinter stehen: Kniefall, Kritik oder Ablehnung, ironischer Rekurs, Zynismus oder Prahlerei. Jeder Philosophenname ist semantisch aufgeladen; je bekannter, desto vielfaltiger sind die Verknupfungen, die er zu erzeugen vermag. Leibniz, Kant, Hegel - schlichtes Namedropping kann bereits Assoziationsketten auslosen, die - abhangig vom Wissenshorizont des Rezipienten - uber die Autorenintention hinausreichen konnen. Hinter Philosophennamen stehen Modelle zur Erklarung der Welt; ein Name kann den Beginn einer neuen Art, zu denken und zu argumentieren markieren. Wenn Michel Houellebecq seinen Protagonisten Bruno gegen Ende der Elementarteilchen irgendwann Mitte vierzig in der Psychiatrie enden lasst, dann muss das nicht unbedingt auf Friedrich Nietzsche bezogen sein - auch wenn dieser im Alter von 45 Jahren in Genua seine ersten legendaren Ausfalle erlitt. Insgesamt jedoch sind die die ex- und impliziten Anspielungen gerade auf den Kulturkritiker Nietzsche in den Erzahltexten von Houellebecq zahlreich. Auch in Houellebecqs Aufsatzen fallt, neben vielen anderen Philosophennamen, haufig dieser eine. Als Autor, dessen Thema soziokulturelle Verfallserscheinungen sind, ist es wohl auch schwer, den Philosophen mit dem Hammer" zu ignorieren - schliesslich hat Nietzsche bereits auf die Autoren der Dekadence stark gewirkt. Sowohl Nietzsche als auch Houellebecq sind brachiale Kulturkritiker - wieso sollte sich also der Jungere nicht auf den Alteren bezie-hen? Kennen muss er die Ideen Nietzsches in jedem Fall, will er Peinlichkeiten vermeiden. In einem Interview mit der Zeitschrift Literaturkritik sagt Houellebecq, angesprochen auf das Thema Uber"

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