Norm und Praxis der Armenfürsorge in Spätmittelalter und früher Neuzeit

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Franz Steiner Verlag, 2006 - History - 233 pages
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Die Auseinandersetzung mit Armut gehort zu den zentralen Bestandteilen gesellschaftlichen Selbstverstandnisses: Wer gilt als arm und wer nicht? Wer ist unterstutzungsberechtigt und in welcher Form soll Hilfe gewahrt werden? Soll der Staat diese Unterstutzung zentral verwalten oder nur den geeigneten Rahmen fur private Hilfe schaffen? Eine besonders intensive Auseinandersetzung mit diesen Fragen fand am ubergang vom Mittelalter zur Neuzeit statt: Mit den beschleunigten gesellschaftlichen Wandlungsprozessen anderte sich hier auch die Wahrnehmung von Armut sowie die Massnahmen der Armenunterstutzung bzw. der Bettelbekampfung. Veranderte Fursorge- und Armutskonzepte schlugen sich in neuen normativen Vorgaben nieder, die wiederum die Fursorgepraxis beeinflussten. In diesem Spannungsfeld von Norm und Praxis untersucht der Band die Genese von historischen Vorstellungen und Handlungen in ihrer wechselseitigen Beziehung. Neben rechtshistorischen, konfessionellen sowie kommunalen Ansatzen thematisieren die Studien dabei auch das Scheitern normativer Vorstellungen im alltaglichen Handeln. Inhalt Vorwort Bernd Fuhrmann: Norm und Praxis der Armenfursorge in Spatmittelalter und fruher Neuzeit - Eine Einleitung Alexander Wagner: Armenfursorge in (Rechts-)Theorie und Rechtsordnungen der fruhen Neuzeit Sebastian Schmidt: aGott wohlgefallig und den Menschen nutzlicho. Zu Gemeinsamkeiten und konfessionsspezifischen Unterschieden fruhneuzeitlicher Armenfursorge Rita Voltmer: Zwischen polit-theologischen Konzepten, obrigkeitlichen Normsetzungen und stadtischem Alltag: Die Vorschlage des Strassburger Munsterpredigers Johannes Geiler von Kaysersberg zur Reform des stadtischen Armenwesens Kay Peter Jankrift: Normbruch und Funktionswandel. Aspekte des Pfrundmissbrauchs in mittelalterlich-fruhneuzeitlichen Hospitalern und Leprosorien Martin Uhrmacher: aZu gutem Frieden und Eintracht strebendo - Norm und Praxis in Leprosorien des 15. Jahrhunderts im Spiegel ihrer Statuten. Das Beispiel Trier Jens Aspelmeier: aDas beim haus nutz und kein unnutz gescheheo - Norm und Praxis der Wirtschaftsfuhrung in kleinstadtischen Spitalern am Beispiel von Siegen und Meersburg Jutta Grimbach: Hospitalgrundungen des 15. und 16. Jahrhunderts am Niederrhein und im Herzogtum Westfalen Frank Hatje: aDieser Stadt beste Maur vndt Walleo. Fruhneuzeitliche Armenfursorge und Sozialbeziehungen in der Stadtrepublik am Beispiel Hamburgs Fritz Dross: Normale Praxis: Von neuen Konzepten in der Armenpflege, angestrengten Bemuhungen zweier Medizinalrate und der erfolgreichen Nicht-Grundung eines Krankenhauses
 

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Contents

Vorwort
7
Jutta Grimbach
11
Alexander Wagner
21
Sebastian Schmidt
61
Rita Voltmer
91
Kay Peter Jankrift
137
Jens Aspelmeier
169
Hospitalgründungen des 15 und 16 Jahrhunderts am Niederrhein
191
Fritz Dross
219
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