Ornamentale Strukturen in der Literatur am Beispiel von Anton Tschechovs ,,Der Dicke und der Dünne"

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GRIN Verlag, Sep 15, 2010 - Literary Criticism - 11 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Universität Erfurt, Sprache: Deutsch, Abstract: Anton Tschechow( geb. Januar 1860 Taganrog; gest. Juli 1904 Badenweiler) wird in der heutigen Zeit meist nur noch mit Dramen wie ,, Die Möwe ́ ́ , ,,Der Kirschgarten ́ ́ oder ,, Onkel Wanja ́ ́ in Verbindung gebracht, hierbei wird meist vergessen das die Anfänge seines Literarischen Schaffens in das Genre der Prosa zu integrieren sind, welche besonders bekannt für ihre subtilen Stimmungs und Milieudarstellungen sind. Auf tragikomische Weise pointiert er somit die Vergänglichkeit des russischen Kleinadels, sowie die Banalität des Provinzlebens. Die meisten Literaturwissenschaftler zählen Anton Tschechow zu den russischen Realisten, dennoch zeichnen sich in seinen Werken Tendenzen ab, die auf einen europäischen Impressionismus und Symbolismus deuten. Tschechows Prosadichtung kennzeichnete sich durch eine Vielzahl ornamentaler Erzählstrukuturen, die mittels Similaritäten, Oppostionen, Äquivalenzen und anderer Wiederholungskonstrukte formiert werden. Meiner Meinung nach stellt ,, Der Dicke und der Dünne ́ ́ ein besonders bemerkenswertes Beispiel für Tschechows ornamentales Erzählen dar. Signifikant ist hierbei die Gegenüberstellung zweier Personen, welche sogleich einen Kontrast zwischen Similarität und Opposition darstellen und somit ein ausgesprochen kontrastives Textgewebe erzeugen. Ziel meiner Hausarbeit ist es, die ornamentalen Erzählstrukturen in Tschechows ,, Der Dicke und der Dünne ́ ́ zu analysieren, sowie anhand von fundierten Beispielen und Textbelegen eine Rekonstruktion des Textgewebes vorzunehmen, welche ich durch die Betrachtung verschiedener Aspekte und Geschehensmomente stringend verfolgen werde. Besonders kennzeichnent für ,, Der Dicke und der Dünne ́ ́ sind die stereotypischen Formulierungen, die Demonstration der gestörten Kommunikation zwischen den Interakteuren und der spiegelbildliche Aufbau des Textgewebes. Die ornamentalen Erzählstrukturen erzeugen im Leser einen ständigen Wechsel zwischen Spannung und Humor, welches als ein weiteres Merkmal für die Vielschichtigkeit dieses Konstruktes ist und auf das aneinander flechten der der verschiedenen narrativen Mittel deutet. In Verlauf meiner Analyse werde ich mich besonders auf körperliche Kontraste, Figurenkonstellation , soziale Oppositionen und den Wechsel zwischen scheinbarer Similarität und dem Bruch durch die sich heraus kristalisierende Opposition konzentrieren.
 

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