Ostdeutsch-Westdeutsch. Ein linguistischer Vergleich

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GRIN Verlag, 2007 - 28 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 2, Universitat des Saarlandes (Institut fur Germanistik), Veranstaltung: Proseminar: Soziolinguistik, 13 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Die Hintergrunde der Sprachuntersuchungen in der Geschichte Jede naturlich-historische Sprache hat die Eigenschaft sich im zeitlichen Verlauf zu verandern. Das ist durch ein grosses sprachwissenschaftliches Interesse gekennzeichnet. Viele Moglichkeiten zur Untersuchung dieses Problems bietet die Geschichte selbst. Seit der Entstehung zweier souveraner Staaten nach dem zweiten Weltkrieg - der kapitalistischen BRD und sozialistischen DDR - auf dem Territorium des ehemaligen Deutschen Reiches wurde von der Sprachwissenschaft ins Zentrum der Untersuchungen die Frage gestellt, welche Konsequenzen damit fur die weitere Entwicklung der deutschen Sprache verbunden sind. Diese Frage wurde auf unterschiedlichste Weise beantwortet, was durch ihre politische Relevanz zu erklaren ist. Zwei Fragen, zwei Aspekte stehen im Mittelpunkt der Ausfuhrungen: zum Einen, die, Besonderheit der Sprache in einem der beiden Staaten, die durch die Konfrontation zur Sprache im jeweils anderen Staat gewonnen wurde, und zum Anderen, Man beschaftigte sich de facto, namlich in bezug auf das zugrunde gelegte Corpus, mit der deutschen Sprache in einem der beiden Staaten." (Welke 1992, 1) Zudem fallt auf, dass die Linguisten sich mehr mit der politischen Situation, als mit der Sprache selbst, bzw. mit den Unterschieden im Wortschatz, auseinandersetzen. Nach Jahrzehnten der Zweitstaatlichkeit in Deutschland fand nun der umgekehrte Prozess statt. Seit dem 3.10.1990 existiert wieder eine vereinigte BRD, die eigentliche, alte BRD," der sich der andere Staat angeschlossen hat. Die fruhere Deutsche Demokratische Republik ist als Staat aufgelost. Damit erhebt sich nun die Frage nach den sprachlichen Konsequenzen dieses Prozesses. Insbesondere im Vergleich zweier"
 

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Kommunikative Schwierigkeiten nach der Wiedervereinigung 16 5 Zwei Staaten zwei Sprachen
18
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Page 4 - ... grundlegenden sprachlichen Gemeinsamkeiten verwiesen. Die Notwendigkeit von sprachlichen Neuerungen, die aus den grundsätzlich positiv gewerteten gesellschaftlichen Veränderungen in der DDR resultieren, wird gerechtfertigt. 3. Zäsur Anfang der 70er Jahre. Eine wichtige Zäsur war Anfang der 70er Jahre. Politisch ist sie der Beginn der Honecker-Ära. Es wurde nach dem Mauerbau von 1961 ein zweiter Versuch unternommen, eine eigenständige gesellschaftliche, dh sozialistische Entwicklung gegenüber...
Page 3 - Beispielen nachgewiesen werden. IV Versucht man die Resultate zu bestimmen, über die allgemeine Übereinstimmung herrscht, so ergibt sich etwa folgendes Bild: (1) In beiden Teilen Deutschlands hat sich die Sprache verändert und ist in einem fortlaufenden Prozeß des Wandels begriffen. (2) Von einer Auseinanderentwicklung sind kaum oder gar nicht betroffen Lautung, Rechtschreibung, Grammatik und der größte Teil des Wortschatzes. (3) In Teilen des Wortschatzes fanden einschneidende Veränderungen...
Page 4 - ... (2) Von einer Auseinanderentwicklung sind kaum oder gar nicht betroffen Lautung, Rechtschreibung, Grammatik und der größte Teil des Wortschatzes. (3) In Teilen des Wortschatzes fanden einschneidende Veränderungen statt. Sie betreffen Wortbestand, Wortinhalt und Worthäufigkeit. (4) Veränderungen dieser Art sind sowohl im Osten wie im Westen festzustellen. Die Neuerungen sind jedoch im Osten ungleich zahlreicher und einschneidender. (5) Die größte Rolle für die östlichen Neuerungen spielt...
Page 15 - Druck, den eine Gesellschaft ausübt, um die Individuen und die internen Gruppen zu einem gleichförmigen Verhalten zu bewegen" (W. DIECKMANN). Das alltagssprachliche Sprechen wehrt sich symbolisch, mit sprachlichen Formen, gegen diesen Druck von oben und erzeugt mit seinen zahlreichen und phantasiereichen Konnotationen einen symbolischen Gegendruck.
Page 2 - BRD weniger hinterfragt als Erscheinungsweisen der deutschen Sprache überhaupt an. Es bestand andererseits bereits vom nationalen Standpunkt aus ein ständiges Interesse an der deutschen Sprache in der DDR. In der DDR wurde Nationalbewußtsein z. T. systematisch verdrängt. Das war nicht nur der offiziellen Politik geschuldet, sondern resultierte auch aus einem Gefühl notwendiger Selbstbehauptung in einer Konfrontation. Allen Stellungnahmen zum Problem Sprache DDR/BRD, die in der DDR veröffentlicht...
Page 2 - ... deutschen Staaten. Das Thema hat einen engeren und einen weiteren Aspekt. Der engere Aspekt: Besonderheiten der Sprache (oder auch der Sprachvarietäten) in einem der beiden Staaten. Er wurde explizit und methodisch aus der Konfrontation zur Sprache im jeweils anderen Staat gewonnen. Der weitere Aspekt: Man beschäftigte sich de facto, nämlich in bezug auf das zugrunde gelegte Corpus, mit der deutschen Sprache in einem der beiden Staaten.
Page 3 - ... der politische Vor-Urteile und sprachtheoretische Hypothesen die empirische Methode verwässern. Das soll im folgenden an einzelnen Beispielen nachgewiesen werden. IV Versucht man die Resultate zu bestimmen, über die allgemeine Übereinstimmung herrscht, so ergibt sich etwa folgendes Bild: (1) In beiden Teilen Deutschlands hat sich die Sprache verändert und ist in einem fortlaufenden Prozeß des Wandels begriffen. (2) Von einer Auseinanderentwicklung sind kaum oder gar nicht betroffen Lautung,...
Page 6 - Gesamtheit der Sprecher, die eine Sprache (in der Regel) als Muttersprache sprechen und die sich (in der Regel) der ethnischen und/oder kulturellen bzw. historischen Zusammengehörigkeit, die in dieser muttersprachlichen Gebundenheit liegt, bewußt sind.
Page 5 - Organisationsformen dieser kollektivierten Landwirtschaft nun auch zu bezeichnen, hat nichts mit dem Polizeistaat zu tun. Man kann auch hier spezielle Wörter wie volkseigen auf ihren propagandistischen Gehalt hin untersuchen und kann sich Gedanken darüber machen, warum die Partei ihre Sprache, die Sprache der Theorie wie der Verwaltung, also Sprachbereiche, die im Westen zu den Fach- und Sondersprachen gehören, so zielstrebig verbreitet und zum selbstverständlichen Besitz der gesamten Bevölkerung...
Page 14 - Deli-kaüäden, aber auch auf Neu-Delhi wurde damit angespielt. Und das Regierungsviertel hieß wegen der ständig ein- und ausfahrenden VolvoLimousinen umgangssprachlich 'Volvograd". Die sprachliche Kritik bezog sich auch auf DDR-Fahrzeuge: aus der ÖSSR importierte, reparaturanfällige Straßenbahnen hießen "Dubcecks Rache", ein störanfälliger Kleintransporter aus Rumänien "Ceausescus letzte Rache", eine wegen des Motorheulens besonders laute Die sei -Lokomotive aus der Sowjetunion "Taigawolf",...

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