Osterreichische Geschichte in Gedichten: Zum sechshundertjahrigen Jubilaum des Einzuges Rudolfs von Habsburg in Wien(1878)

Front Cover
Ignaz Pennerstorfer
Kessinger Publishing, Mar 19, 2010 - Literary Collections - 360 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Popular passages

Page 10 - Amtes zu üben. Und rings erfullte den hohen Balkon Das Volk in freudgem Gedränge, Laut mischte sich in der Posaunen Ton Das jauchzende Rufen der Menge. Denn geendigt nach langem verderblichen Streit War die kaiserlose, die schreckliche Zeit, Und ein Richter war wieder auf Erden.
Page 11 - Herren Pflicht, Er gehorcht der gebietenden Stunde: Wie in den Lüften der Sturmwind saust, Man weiß nicht, von wannen er kommt und braust. Wie der Quell aus verborgenen Tiefen, So des Sängers Lied aus dem Innern schallt Und wecket der dunkeln Gefühle Gewalt, Die im Herzen wunderbar schliefen.
Page 171 - Gegner wag ich's, Den ich kann sehen und ins Auge fassen, Der, selbst voll Mut, auch mir den Mut entflammt. Ein unsichtbarer Feind ist's, den ich fürchte, Der in der Menschen Brust mir widersteht, Durch feige Furcht allein mir fürchterlich — Nicht, was lebendig, kraftvoll sich verkündigt, Ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's, das ewig Gestrige, Was immer war und immer wiederkehrt Und morgen gilt, weü's heute hat gegolten! Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht; Und die Gewohnheit...
Page 224 - Das tu ich nit! Will sterben, wie ich stehe, Will sterben, wie ich stritt, So wie ich steh auf dieser Schanz; Es leb mein guter Kaiser Franz, Mit ihm sein Land Tirol!
Page 171 - Auch redlich selbst bekannt? Du willst die Macht, Die ruhig, sicher thronende erschüttern, Die in verjährt geheiligtem Besitz, In der Gewohnheit festgegründet ruht, Die an der Völker frommem Kinderglauben Mit tausend zähen Wurzeln sich befestigt. Das wird kein Kampf der Kraft sein mit der Kraft, Den furcht ich nicht. Mit jedem Gegner wag ich's, Den ich kann sehen und ins Auge fassen, Der, selbst voll Mut, auch mir den Mut entflammt.
Page 170 - In meiner Brust war meine Tat noch mein; einmal entlassen aus dem sichern Winkel des Herzens, ihrem mütterlichen Boden, hinausgegeben in des Lebens Fremde, gehört sie jenen tück'schen Mächten an, die keines Menschen Kunst vertraulich macht.
Page xxvii - Bürde sie ungehindert fort. Das ist des Königs Meinung, das ist des Königs Wort.« Und als der frühe Morgen im Osten kaum gegraut, Da hat ein seltnes Schauspiel vom Lager man geschaut; Es öffnet leise, leise sich das bedrängte Tor, Es schwankt ein Zug von Weibern mit schwerem Schritt hervor. Tief beugt die Last sie nieder, die auf dem Nacken ruht, Sie tragen ihre Eh'herrn, das ist ihr liebstes Gut. »Halt an die argen Weiber!« ruft drohend mancher Wicht; Der Kanzler spricht bedeutsam: »Das...
Page 37 - Sonst, wenn der Vater auszog, liebe Kinder, da war ein Freuen, wenn er wieder kam ; denn niemals kehrt' er heim, er bracht' euch etwas, war's eine schöne Alpenblume, war's ein seltner Vogel oder Ammonshorn, wie es der Wandrer findet auf den Bergen -jetzt geht er einem ändern Weidwerk nach.
Page 10 - Blicken: .Wohl glänzet das Fest, wohl pranget das Mahl, Mein königlich Herz zu entzücken; Doch den Sänger vermiss' ich, den Bringer der Lust, Der mit süßem Klang mir bewege die Brust Und mit göttlich erhabenen Lehren, So hab' ich's gehalten von Jugend an, Und was ich als Ritter gepflegt und getan, Nicht will ich's als Kaiser entbehren,
Page 36 - Als du mit grausam teufelischer Lust Mich zwangst, aufs Haupt des Kindes anzulegen Als ich ohnmächtig flehend rang vor dir, Damals gelobt ich mir in meinem Innern Mit furchtbarm Eidschwur, den nur Gott gehört, Daß meines nächsten Schusses erstes Ziel Dein Herz sein sollte - Was ich mir gelobt In jenes Augenblickes Höllenqualen, Ist eine heil'ge Schuld - ich will sie zahlen.

Bibliographic information