Paderborn als Stützpunkt der Sachsenmission

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GRIN Verlag, 2007 - 76 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Lander - Mittelalter, Fruhe Neuzeit, Note: gut, 2,0, Universitat Paderborn (Historisches Institut), Veranstaltung: Die Inszenierung religioser Konfrontationen., 25 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Kein anderer Krieg ist von den Franken mit ahnlicher Ausdauer, Erbitterung und Muhe gefuhrt worden wie dieser" schrieb Einhard in seiner bedeutenden Karlsvita. Die Sachsenkriege, die Karl der Grosse im Jahre 772 wohl nur mit dem Ziel der Grenzsicherung begann, erstreckten sich uber einen Zeitraum von 33 Jah-ren. Der Konflikt verwandelte sich schnell zu einem Eroberungs- und Missions-krieg, der seinen schrecklichen Hohepunkt in der Massenhinrichtung in Verden an der Aller fand. Ein Prediger mit eiserner Zunge" wurde Karl von einem Zeitgenos-sen genannt, da er die Befriedung und Integration mit grosser Harte durchzusetzen versuchte. Dabei entwickelte sich Paderborn aufgrund seiner hervorragenden geografi-schen Lage schnell zu einem wichtigen Stutzpunkt, sowohl fur militarische Akti-onen, als auch fur die Politik und die Mission in Sachsen. Karl liess hier fruh eine erste Pfalz und eine Kirche errichten. Das in diesem Zusammenhang stehende Lied uber die Bekehrung der Sachsen (Carmen de Conversione Saxonum) lasst erkennen, dass die Franken nicht mit einer derart langen Auseinandersetzung ge-rechnet hatten. Reichsversammlungen, die Einteilung Sachsens in Missionsspren-gel, die Bistumsgrundung und nicht zuletzt das Treffen Karls des Grossen mit Papst Leo III. sind weitere Anzeichen dafur, welch grosse Bedeutung Paderborn im Zusammenhang mit der Sachsenmission inne hatte. In dieser Arbeit sollen in den ersten beiden Kapiteln zunachst das Volk der Sachsen und die Sachsenkriege beschrieben werden, da dieser Hintergrund fur die Missionstatigkeit von Bedeutung ist. Die Schwerpunkte liegen dabei vor allem bei den Grunden fur diese aussergewohnlich lange Kriegszeit und in der Bet
 

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Contents

EINLEITUNG
3
MISSION
20
FAZIT
28
Copyright

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Popular passages

Page 14 - Recht, in: Karl der Große und sein Nachwirken. 1200 Jahre Kultur und Wissenschaft in Europa, hg.
Page 30 - Quellen zur Geschichte des 7. und 8. Jahrhunderts. Unter der Leitung von Herwig Wolfram neu übertragen von Andreas Kustemig/ Herbert Haupt.
Page 12 - König herrscht und in dem der sächsische Stamm, obwohl er im Heidentum geboren war, die Gnade erlangte, den höchsten König des Himmels auch als den Seinigen zu erkennen. Dabei hat doch dieser Stamm noch vor kurzem auf befleckten Kultplätzen heidnische Gaben (30) geopfert, die heiße Flammen im Brand verzehrten, und schlachtete vor blutigen Altären Stiere nach den Gebräuchen der alten Religion. Ja, nach schändlichen Riten für die Dämonen beugte er die Nacken und verehrte demütig seine Adligen,...
Page 13 - Nass der Taufe in jenem (dreieinigen) Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, auf dem bekanntlich die einzigartige Hoffnung unseres Lebens beruht, gebadet hatten, ließ (Karl) die neuen Christusverehrer auf das Himmelslicht zugehen; auch salbte er die vom Taufbad Reinen mit Chrisam (60), damit sie die noch schwelenden Flammen zu durchschreiten vermöchten, und führte so ein neues Volk in den Thronsaal Christi.
Page 12 - Waffen (40), heldenhaft begürtet und hell behelmt, dem die wunderbare Macht des göttlichen Weltenrichters half. (Diese Sachsen warf Karl) durch viel Ungemach und durch tausend Siege nieder, mit blutbedeckten Schilden, mit Schlachtgeschossen, mit der Gewalt tapferer Taten, mit blutbeschmierten Spießen (45) und zähmte sie sich mit blitzendem Schwert.
Page 13 - Schwert. (Karl) zog die wälderbewohnenden Scharen hinan vor den Himmelsherrscher und verwandelte alsbald reißende Wölfe in zarte Lämmer. Er veränderte krächzende Raben im schwarzdunklen Federkleid ganz plötzlich in weiß glänzende Tauben (50), schnellfüßige Greifen und räuberische Harpyen verwandelte er in zahme Vögel, grässliche Molosserhunde in Rehe mit weicher wolliger Fellhaut.
Page 5 - Wenn jemand nach heidnischer Sitte den Leichnam eines Verstorbenen verbrennt und seine Gebeine in Asche verwandelt, werde er mit dem Tode bestraft.
Page 3 - Kein anderer Krieg ist von den Franken mit ähnlicher Ausdauer, Erbitterung und Mühe geführt worden wie dieser"1 schrieb Einhard in seiner bedeutenden Karlsvita.
Page 12 - Diesen unbelehrbaren Volksstamm, der nicht das bindendere Dienen für die Erhabenheit Christi kannte und der in seiner Seele nicht daran glauben wollte...
Page 25 - Würde mit der gleichen Beharrlichkeit das sanfte Joch Christi und seine leichte Last dem starren Sachsenvolk verkündigt, mit welcher Leistung der Zehnten und strenge Bußen für die leichtesten Vergehen gefordert werden, so würden sie vielleicht die Taufe nicht verabscheuen.

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