Pamphlets on phonetics: Ueber die Einigung der deutschen Aussprache, W. Braune, 1904

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1904 - Phonetics
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Popular passages

Page 21 - Deutsche Bühnenaussprache. Ergebnisse der Beratungen zur ausgleichenden Regelung der deutschen Bühnenaussprache, die vom 14. bis 16. April 1898 im Apollosaale des Königlichen Schauspielhauses zu Berlin stattgefunden haben.
Page 185 - Ein ritter so geleret was daz er an den buochen las swaz er dar an geschriben vant.
Page 45 - Perigli siete giunti all' occidente A questa tanto picciola vigilia De' vostri sensi, ch' è del rimanente Non vogliate negar l' esperienza, Diretro al sol, del mondo senza gente. Considerate la vostra semenza : Fatti non foste a viver come bruti, Ma per seguir virtute e conoscenza.
Page 170 - Grosse nach, vielmehr kann diese nach den verschiedensten Gesichtspunkten wechseln. Man darf also bei der ganzen Untersuchung auch in der Poesie nur relative Tonverhältnisse zu finden erwarten, nicht die festen Verhältnisse der Musik.
Page 170 - ... Fragen auf. Wenn wir Poesie vortragen, so melodisieren wir sie, wie alle gesprochene Rede. Woher aber stammt in letzter Linie die Melodie, die wir so dem Texte beigesellen? Tragen wir sie lediglich als unser Eigenes in ihn hinein, oder ist sie bereits in ihm gegeben, oder doch so weit angedeutet...
Page 189 - Dem stehen die über 100000 echten Verse Konrads gegenüber, etwa mit diesem Typus: Ein ritter und ein frouwe guot diu heten leben unde muot in ein ander so verweben, daz beide ir muot und ouch ir leben ein dinc was worden also gar: swaz der frouwen arges war, daz war ouch dem ritter. Also hohe Stimmlage, überwiegender Hochschlufs, und prägnanter Tiefschlufs nur als Ruhepunkt beim Satzende.
Page 178 - eine streng wissenschaftliche Analyse des Melodischen auch in der geschriebenen Literatur möglich ist, und dass das Melodische bei der Gesammtwirkung der dichterischen Form ebenso mitspricht, wie andere Elemente dieser Form, die von jeher in den Kreis philologischer Forschung gezogen zu werden pflegen. Ist dem aber so, so hat auch das Melodische gerechten Anspruch darauf, regelmäßig mit berücksichtigt zu werden, wo es die Feststellung der poetischen Kunstform gilt.
Page 169 - Melodien, speciell den Gesangsmelodien gleich zu denken, trotz mancher Berührungen der beiden Gebiete. Im Gesang gebrauchen wir die Singstimme, in der Rede die Sprechstimme, die an sich durch ein Mindermaß musikalischer Eigenschaften...
Page 170 - Wenn wir Poesie vortragen, so melodisieren wir sie, wie alle gesprochene Rede. Woher aber stammt in letzter Linie die Melodie, die wir so dem Texte beigesellen? Tragen wir sie lediglich als unser Eigenes in ihn hinein, oder ist sie bereits in ihm gegeben, oder doch so weit angedeutet, daß sie beim Vortrag sozusagen zwangsweise aus uns herausgelockt wird...
Page 184 - Müh, u. dgl. mehr. Hier weist der unmotivierte Wechsel des melodischen Typus sichtlich auf Störungen des ursprünglichen Wortlauts hin, und eben dadurch wird er uns zu einem direkten Hilfsmittel der Kritik. Auch bei anders gearteten Fragen der neueren deutschen Litteraturgeschichte kann die Anwendung dieses Kriteriums ganz hübsche Nebenresultate abwerfen.

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