Patoisformen in Molières Lustspielen

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Universität Halle-Wittenberg., 1884 - 28 pages
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Page 12 - Aussprache, doch warnen sie meist ausdrücklich davor und bezeichnen sie als gemein, wenn selbst einige von ihnen irrtümlich glauben, dafs dieselbe ursprünglich eine Hofmode gewesen sei. H. Estienne schreibt sie besonders dem ordinären Pariser Idiom zu: „Plebs, prsesertim Parisina, hanc literam a pro e in multis vocibus pronuntiat, dicens Piarre pro Pierre
Page 11 - ... Latein zeigt eine entschiedene Neigung, den kurzen e- Vokal, namentlich unter dem Einflüsse gewisser nachfolgender Konsonanten, durch a zu ersetzen, wofür unten geeigneten Ortes Belege beigebracht werden sollen. Es darf daher nicht überraschen, solcher Bevorzugung des a-Lautes auch im Franz, wieder zu begegnen, woselbst es ebenfalls die volkstümlichen Idiome sind, in denen sie sich vorzugsweise geltend macht, um an Stelle des dem lat. e oder i entsprechenden e ein a eintreten zu lassen. 1)...
Page 9 - Paris 1878. — Tissot, Le Pat. des Fourgs, arondissement de Pontarlier, Départ, du Doubs. Paris et Besançon 1865. — Monin, Étude sur la genèse des patois et en particulier du Roman ou pat. lyonnais. Paris et Lyon 1873. — Chabaneau, Gramm, limousine. Paris. — Lazarenne, Notice sur le patois saintongeais. Rev. des Lang. R. 2e gér.
Page 8 - ... bessere Sprache eindringenden Patoisformen besonders die Aufmerksamkeit der Sachverständigen in Anspruch nehmen mufsten. In der neueren Zeit sind die franz. Patois vielfach eines eingehenden Studiums gewürdigt worden, wie die von De Chambure, Gloss. du Morvan p. LIII, Du Bois, Pat. norm. p. XIX— XXIV und Haller, Altspan. Sprichwörter T. II gegebenen, noch nicht einmal vollständigen Übersichten über die betreffende Litteratur beweisen. So verdienstlich an und für sich das Bestreben ist,...
Page 27 - Je vous dis et vous douze" ist ein auf Allitteration beruhendes Wortspiel volkstümlichen Ursprungs, dem wir in populären Schriften öfter begegnen, z. B. in der Agreable Conference de deux paysans de Saint-Ouen et de Montmorency (1649) p. 5 und in „Les Ecosseuses
Page 11 - Aussprache geschlossenes e gehabt. Auch die 2. Pers. Plur. des Fut., für welche kein lat. Typus -atis vorliegt, nahm schon im A frz., nach Analogie der vorerwähnten Formen, e an ; doch zeigt sie in der vulgären Pariser Sprache die phonetische Umwandlung in e (ai). Sie beeinflufste bald die übrigen Formen auf -ez und bewirkte dessen -Änderung in -ais. (Vergl. Thurot 50 ff.) § 3. Verwandlung des e in a. Schon das rustike Latein zeigt eine entschiedene Neigung, den...
Page 17 - DJ. u, l und M. m. 1. III, 2 ; conteume ibid. II, 2. Aufser dem eben behandelten Übergange von lat. u in i bietet die Vnlgärsprache, deren sich Cyrano de Bergerac und Moliere bedienen, Beispiele für eine zweite dialektische Umwandlung des ü, nämlich für die in ö (eu), welche unter dem Einflüsse nachfolgender Liquiden vor sich geht. Man kann dieselbe heute in vielen Patois Nord- und Mittelfrankreichs* beobachten; auch gehörte sie im 16. Jahrh. dem Idiom des Pariser Volkes an, welches, nach...
Page 11 - ... auslautendes velares r, infolge seines -schnarrenden Lautes, zu denjenigen Konsonanten, welche auf den vorangehenden Vokal eine gewissermafsen verdunkelnde Wirkung auszuüben befähigt sind, was sich nicht nur auf roman. Sprachgebiete, sondern auch in deutschen Mundarten sowie im Englischen beobachten läfst. Schuchardt hat eine grofse Anzahl mittellat. Wörter gesammelt, die ursprüngliches e in dumpfes a getrübt zeigen, wie ansar, lacartus, Pargama. Auch in den verschiedenen Dialekten des...
Page 16 - Aussprache e statt ä den Provencalen kennzeichnet, wenn er sich des Französischen bedient; im Norden ist sie seit alter Zeit ein charakteristischer Zug des pik. und wall. Dialekts,** kommt aber heute auch in den Nachbargebieten Messin, Champagne und Normandie vereinzelt vor. In das ordinäre Parisisch scheint diese dialektische Eigentümlichkeit erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. Eingang gefunden zu haben, denn H. Estienne erwähnt ihrer in seinem 1579 erschienenen Dialogue du nouveau langage...
Page 13 - Anschlusse hieran sei der in nannain (non ille) vorliegende Lautwandel o : e : a erwähnt, den wir bereits im afrz. nanil (neben nenil) beobachten. Einen ähnlichen Wechsel zwischen e und a vor n zeigen nach Schuchardt I, 211 ff. mittellat. Schreibungen wie kalandrc, Conbulantia (Confluentia), invanti, ostantandum, tantoria.

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