Performanz antijüdischer Darstellungen am Beispiel des Donaueschinger Passionsspiels

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GRIN Verlag, 2007 - 60 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 2.0, Humboldt-Universitat zu Berlin (Philosophische Fakultat II), Veranstaltung: Judenbilder des Mittelalters und moderne Antisemitismustheorien, 30 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Literarische Ausserungen erschaffen Situationen, auf die sie sich beziehen. In Jonathan Cullers Literaturtheorie" wird u.a. die Idee der amerikanischen Philosophin Judith Butler erlautert, die Identitat als gesellschaftliches und kulturelles Ereignis bestimmt. Sie schlagt vor, Geschlechter als performativ anzusehen, d.h. nicht als gegeben, sondern als eine Handlung. Ubertragen auf die Zuschreibung bestimmter Bilder auf eine Gruppe kann auch dieses Gruppenphanomen als eine Handlung aufgefasst werden. Mit Bezug auf die Judenbilder in Passionsspielen kann nun gefragt werden: Sind literarische Ausserungen also primar Aktivitaten, die durch Handlung erschaffen werden, oder sind sie nur Nachahmungen gewesener Zustande in Gesellschaftskontexten? Gruppenidentitaten entstehen durch Abgrenzung zur Masse. Gruppen, denen eine negative Identitat anhangt, erlangen diese durch das Urteil der Gesellschaft. Wie kommt es im Falle der Juden zu solch einem Massenurteil? Laut Lexikon Religion in Geschichte und Gegenwart" bilden die Passionsspiele im Mittelalter ... die Massenmedien ihrer Zeit, die uber rel. Belehrungen hinaus auch die Soziogenese der stadtburgerlichen Gemeinschaft unterstutzen sollten." Speziell auf das Bild der Gruppe der Juden im Mittelalter projiziert, bedeutet dies, jenes wurde durch die Passionsspiele in die Gesellschaft getragen. Sollte das Donaueschinger Passionsspiel als literarische Ausserung Handlung sein und damit Realitaten geschaffen haben, konnte dies in sozialen, politischen und religiosen Bildern ablesbar sein. Bezogen auf die Gruppe der Juden soll hier gezeigt werden, welcher Bilder man sich in den Passionsspielen bedient. Nach einer a
 

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Page 5 - Ausmaß vor Angriffen von Seiten der Christen geschützt werden mußten. Eine Polizeiverordnung von 1469 schreibt für Frankfurt vor, daß die Juden während eines Spiels in ihren Häusern bleiben...
Page 21 - Judaea (jüdisch kleidet ,die hat ein venly in der hand, ist gel mit eim schwartzen abgot' usw) und Christiana (,hat ein rot klein venly mit einem guldin crucz in der hant'l, die sich feindlich begegnen.
Page 6 - Barack, KA: Die Handschriften der Fürstl. Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen. Tübingen 1865, S.

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