Peter Handkes "Kaspar" - Ein Vergleich zweier Theaterinszenierungen

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GRIN Verlag, 2011 - 40 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universitat Bonn, Sprache: Deutsch, Abstract: Peter Handke wurde 1942 in Osterreich geboren. 1966 veroffentlichte er seinen ersten grossen Erfolg Publikumsbeschimpfung - ein Sprechstuck." Aufgrund der in diesem Stuck auswuchernden Sprachklischees" ubersieht man fast die darin enthaltene Sprachkritik. Deutlicher wird diese in seinem spateren Werk Kaspar," das 1968 uraufgefuhrt wurde. Zugrunde legt Handke diesem den Kaspar-Hauser-Stoff, allerdings ohne sich inhaltlich wirklich darauf zu beziehen: Das Stuck Kaspar" zeigt nicht, wie es wirklich ist oder wirklich war mit Kaspar Hauser.." Der Osterreicher legt sein Augenmerk vielmehr auf das Verhaltnis Kaspars zur Sprache, also auf die Entwicklung von Sprachlosigkeit hin zur Sprache und die damit verbundene Manipulierbarkeit des Individuums. Da Kapar die Sprache aufgedrangt wird, ist der Untertitel Sprechfolterung" durchaus berechtigt und inhaltlich passend. Im Gegensatz zur vordergrundigen Provokation der Zuschauer in der Publikums-beschimpfung" tritt in Kaspar" die offensichtliche Sprachkritik in den Vordergrund, so dass die Zuschauer ihre Augen nicht mehr davor verschliessen konnen. Diese Sprachkritik weitet sich in Kaspar" zu einer ganzen Gesell-schaftskritik aus, die fur die Literatur und das Theater der 60er Jahre typisch ist. Sprache macht den Menschen zum Menschen, so Handkes Auffassung. Legt man dieses Zitat zugrunde, wird deutlich, dass die Beschaftigung mit Sprache im Allgemeinen und gerade die Beziehung von Sprache zum Menschen sehr wichtig ist fur den 1942 geborenen Autor. Kaspar" ist somit ein Werk der [...] Menschwerdung durch Sprachfindung [...]." Im Folgenden werde ich zwei Inszenierungen von Handkes Kaspar" miteinander vergleichen: die Bonner Auffuhrung von Alexander Riemenschneider aus dem Jahr 2010 mit der bereits 1987 entstandenen und seither unveranderten Inszen"
 

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