Pflanzliche Bauornamente der Seldschuken in Kleinasien

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L. Reichert, 1989 - Architecture - 278 pages
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Dieser Band behandelt den Ornamentbestand der Seldschuken in Anatolien und in der nachfolgenden Emiratszeit, in der das seldschukische Formengut weiter verwendet wird. Die Blutezeit der Seldschukenherrschaft in Anatolien erstreckt sich vom Ende des 12. bis uber die Mitte des 13. Jahrhunderts hinaus. Anders als Persien oder Mesopotamien ist das Gebiet der heutigen Turkei zu diese Zeit noch nicht von islamischer Tradition gepragt, so dass Anregungen aus armenischen und byzantinischem Formenschatz sowie aus fruheren Kulturen bereitwillig aufgenommen werden. In der relativ kurzen Blutezeit der Seldschukenherrschaft werden ausserordentlich viele Ornamentformen verwendet. Im Vergleich dazu hat die Ornamentik im vorislamischen Kleinasien eine untergeordnete Rolle gespielt, auch unter den nachfolgenden Osmanen tritt sie an den Bauten wieder starker zuruck. Ornamente sind fur die Seldschuken in Anatolien wesentliche Ausdrucksmittel. Eine besondere Rolle kommt dabei dem konsequent angewendeten Rapport zu, der ins Unendliche fortsetzbaren Formenwiederholung. Dieses dem europaischen Empfinden fremde ornamentale Prinzip ist zwar nicht das einzige, aber das aussagekraftigste: Im Gegensatz zur abendlandischen Auffassung werden Ornamente dieser Struktur im islamischen Orient nicht als in sich abgeschlossene Verzierung gesehen, sondern als zufalliger winziger Ausschnitt aus einem Ordnungsgefuge, dessen Vollendung nur im Unendlichen vorstellbar ist. So wird Ornamentik zum Spiegel der gottlichen Unendlichkeit. Auch die seldschukischen Entwerfer sind nicht mude geworden, den Glaubigen ihrer Zeit diesen Spiegel immer wieder vor Augen zu halten. Ihr Streben nach Darstellung gottlicher Harmonie hat zu einer schwer uberschaubaren Fulle von Ausformungen gefuhrt. Diesen Reichtum zu dokumentieren und zu ordnen, ihn verstehbar und erlebbar zu machen, ist das Ziel dieser Publikation. Zahlreichen Tafeln schlusseln Ornamentformen auf. Exemplarisch zeichnen sie die Entwicklung von einfachen zu komplizierten Formen nach und verdeutlichen, wie die Konstruktionsprinzipien der Ornamente aus ihren elementaren Formen erwachsen.

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Contents

Vorwort
7
Zentren der pflanzlichen Ornamentik
22
Zum Tafelteil
35
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